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Aug 22 2018

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Rezension: ACCA: 13-Territory Inspection Dept. – Vol. 1 (Blu-ray)

In einem einst von Bürgerkrieg zerrütten Königreich wacht in ACCA: 13-Territory Inspection Dept. Volume 1 eine Organisation über den Frieden.

Lange Jahre wurde das Königreich Dowa von Bürgerkrieg bedroht. Durch die große Autonomie der dreizehn Provinzen des Landes, konnte schlimmeres verhindert werden. Damals wurde eine Organisation geschaffen, deren Aufgabe es ist, den Frieden zu erhalten sowie Kommunikation und Austausch zwischen den Landesteilen zu erhalten. Mit König Falke II wird Dow von einem allseits beliebten und respektierten Oberhaupt regiert. Dennoch ist der Frieden nicht immer sicher. Zur Kontrolle der regionalen Acca-Büros, ist die interne Abteilung zuständig. Als stellvertretender Leiter dieses Teams, ist es die Aufgabe von Jean Otus, während Geschäftsreisen in die Provinzen diese Überprüfungen durchzuführen. Gerüchte um einen bevorstehenden Staatsstreich sorgen jedoch für Unruhen innerhalb von Acca, Adel und Regierung.

Unaufgeregtes Intrigenspiel

ACCA: 13-Territory Inspection Dept. basiert auf einer sechs Bände umfassenden Manga-Reihe von Natsume Ono. Studio Madhouse hat die ruhige Politthriller-Geschichte unter der Regie von Shingo Natsume umgesetzt. Angesiedelt ist die Handlung in einem fiktiven Königreich, das nach einigen turbulenten Jahren bereits lange Zeit in Frieden lebt. Mit verantwortlich dafür ist im Verständnis vieler Bewohner des Königreichs Dowa die Organisation Acca, die in allen dreizehn autonomen Provinzen für die Zusammenarbeit und Kommunikation untereinander sorgt. Wie individuell sowohl die einzelnen Landesteile als auch deren jeweiligen Acca-Büros agieren, wird durch Jeans Reisen im Laufe der vier ersten Episoden deutlich. Ein optisches Indiz hierfür stellen bereits die unterschiedlichen Uniformen der regionalen Acca-Beamten, die unter anderem als Polizisten oder Feuerwehr tätig sind, dar. Genutzt wird dieses ungewöhnliche Szenario für eine langsam und unaufgeregte Geschichte rund um einen möglichen Staatsstreich und damit verbundenen Intrigen und Misstrauen.

Protagonist ist der stellvertretende Leiter der internen Abteilung von Acca Jean Otus, der für die Kontrollen der regionalen Büros der Organisation verantwortlich ist. Genauso wie fast alle Figuren der Serie wird Jean im ersten Volume nur teilweise vorgestellt. Oft ist unklar, was er oder andere Charaktere denken, wodurch das Ensemble insgesamt ein wenig unnahbar erscheint. Allerdings sind Jean, seine Schwester Lotta, sein bester Freund Nino und die anderen Akteure deshalb nicht zwingend unsympathisch. Viel mehr verstärkt die Unklarheit bei den Figuren das Rätselhafte, was gut zur Geschichte passt. Oft erinnert ACCA: 13-Territory Inspection Dept. dadurch an ältere Politthriller. Leider gelingt es der grundsätzlich interessanten Geschichte nur bedingt Spannung aufzubauen. Die Intrigen wirken zu simpel und manches Geheimnis wird zu früh gelüftet. Lediglich die Hintergründe des Gerüchtes um einen bevorstehenden Staatsstreich sorgen dafür, dass die Serie Neugier wecken kann.

Nicht jeder mag mit der langsamen, unaufgeregten Erzählweise klar kommen. Gerade die erste Episode liefert einige Erklärungen zur politischen Situation, Acca und dem Königreich Dowa. Dennoch kann die Handlung sich im Laufe der ersten vier Episoden immer mehr entfalten. Dadurch wächst die Spannung stetig leicht an, ohne die insgesamt ruhige Atmosphäre jemals zu durchbrechen. Dieser Stil ist Geschmackssache, passt aber gut zur Serie. Trotzdem bleibt offen, wie gelungen sich die Geschichte weiter entfaltet. Viel hängt von den Verwicklungen ab, in die Jean noch gerät und welche Auflösung am Ende geboten wird. Für den Serienauftakt bietet ACCA: 13-Territory Inspection Dept. Volume 1 aber ordentliche, neugierig stimmende Politthriller-Kost, die mit ihrer ruhigen Art und dem vorhandenen Potenzial noch anziehen könnte.

Fazit

ACCA: 13-Territory Inspection Dept. Volume 1 mag unerwartet ruhig und unaufgeregt sein, kann dadurch aber mit einer interessanten Grundstimmung spielen. Dieser Stil dürfte nicht jedem gefallen, mich konnte die Serie damit aber überzeugen. Etwas anders ist es bei der Geschichte. Sie ist zwar grundsätzlich interessant und durch Setting sowie den möglicherweise bevorstehenden Staatsstreich auch spannend, hat es noch nicht vollständig geschafft mich zu packen. Ein wenig ist das auch der mangelnden Charakterbindung geschuldet. Diese passt zur Serie, macht manche Figuren aber weniger greifbar, so dass ich eher das Gefühl hatte sie zu begleiten, statt mit ihnen zu fiebern. Trotzdem bin ich neugierig wie es mit Jean, Lotta, Nino und der Intrige rund um Acca und das Königreich Dowa weitergeht. Fans von ruhigen Politthrillern sollten einen Blick wagen.

Kurzfazit: Unaufgeregter Politthriller, der in den ersten vier Episoden mit Szenario und Geschichte neugierig stimmt, aber leichte Schwächen bei der Geschichte zeigt.

Vielen Dank an KSM Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von ACCA: 13-Territory Inspection Dept. – Vol. 1!

Details
Titel: ACCA: 13-Territory Inspection Dept. – Vol. 1
Originaltitel: ACCA Jūsanku Kansatsuka
Genre: Drama, Thriller
Regie: Shingo Natsume
Studio: Madhouse
Produktionsjahr: 2017
Laufzeit: ca. 97 Minuten
Sprachen: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Japanisch (DTS-HD MA 2.0)
Untertitel: Deutsch
Extras: OVA 1 und 2 (Deutsch/Japanisch) , Opening- und Ending Song, PV- und Commercial-Collection, Trailer, Bildergalerie
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 6
Erscheinungstermin: 23. August 2018
Herstellerseite: ACCA: 13-Territory Inspection Dept. – Vol. 1 bei KSM Anime

© Madhouse/ KSM Anime

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