Rezension: Higurashi no Naku Koro ni – Vol. 2: Das Watanagashi Kapitel (Blu-ray)

Higurashi Volume 2: Das Watanagashi Kapitel erzählt eine alternative Geschichte, wirft neue Mysterien auf und beantwortet erste Fragen der Horror-Serie.

Keiichi Maebara genießt seinen Alltag mit seinen Freunden Rena, Mion, Rika und Satoko. Als er nach einem gemeinsamen Ausflug in einen Spieleladen in einem Restaurant eine Bedienung trifft, die Mion zum Verwechseln ähnlich sieht, ist er überzeugt, dass es sich um seine Freundin handelt, die nur behauptet ihre eigene Zwillingsschwester Shion zu sein. Später dringt Keiichi während des Watanagashi-Fests mit Shion, Takano und Herr Tomitake in den verbotenen Schrein ein. Bereits kurz darauf sterben zwei Menschen und der Dorfälteste verschwindet.

Alternative Parallelgeschichte

Wie sich bereits bei Volume eins gezeigt hat, ist Higurashi in mehrere kurze Kapitel eingeteilt. Dem entsprechend knüpfen die Episoden fünf bis acht, die das Watanagashi Kapitel bilden, nicht direkt an die Handlung des Vorgängers an. Stattdessen wird eine alternative Geschichte rund um Keiichi, Rena, Mion, Rika, Satoko und die neu hinzukommende Shion erzählt. Der Fluch und die jährlichen Morde, die bereits im Onikakushi Kapitel eine Rolle gespielt haben, bleiben jedoch ebenfalls präsent. Dadurch sind manche Entwicklungen vorhersehbarer, die Geschichte nimmt aber eine andere Wendung. Dies betrifft auch einige Figuren, die sich anders verhalten oder keine überraschende Seite ihrer Persönlichkeit offenbaren. Zwar rücken auf diese Weise andere Aspekte der Handlung und Charaktere in den Mittelpunkt, allerdings stellen sich auch Fragen bezüglich der Kontinuität. Nicht alles in den beiden bisherigen Storyarcs scheint zusammen zu passen. Begründbar ist das lediglich durch die getrennten Kapitel. Trotzdem bleibt ein leicht unklarer Eindruck, der hoffentlich in den kommenden Episoden und den nachfolgenden Staffeln noch aufgelöst wird.

Alleine betrachtet, fesselt Higurashi Volume 2 genauso wie bereits der Serien-Auftakt. Zu Beginn fröhlich-niedlich mit leichten Comedy- und Coming-of-Age-Elementen, wird die Geschichte zusehends düsterer und nimmt eine bedrohlich-beklemmende Stimmung an. Dabei entwickelt die Erzählweise trotz des identischen Umfangs keinen so stark gehetzten Eindruck, wie das noch in den ersten vier Episoden der Fall war. Der Grund dafür liegt in der bereits bekannten Art der Serie sowie dem möglichen Verzicht auf die Vorstellung der Figuren sowie des Dorfes. Dadurch kann sich Higurashi im zweiten Kapitel direkt von Anfang an stärker auf die Geschichte selbst konzentrieren. Zwar ist der Zeitgewinn daraus eher minimal, trotzdem wirkt sich das erkennbar auf die Handlungsstruktur aus.

Auffällig ist, dass die Episoden fünf bis acht einen weniger blutigen und brutalen Eindruck hinterlassen, als es beim ersten Volume der Fall war. Entscheidend dafür mag der geringere Horror- und stärkere Mystery- und Thriller-Einfluss sein. Zwar bleibt die düstere Atmosphäre genauso fesselnd, doch dies gelingt häufiger auf subtile Weise als noch beim Serien-Auftakt. Am Stil von Higurashi ändert das jedoch nichts und neben angedeuteter Folter sowie fließendem Blut, ist auch wieder ein erkennbarer Psycho-Wahnsinn zu erkennen, der maßgeblich an der Stimmung beteiligt ist. Schade ist jedoch, dass Keiichi als Protagonist erneut nur bedingt Sympathien wecken kann. Zwar ist sein Verhalten weniger unlogisch, aber manche Aktionen wecken eher Abneigung gegen ihn. Wirklich unsympathisch ist er aber auch nicht. Dennoch bleiben Mion, Shion, Rena, Rika und Satoko klar interessanter, was innerhalb der Serie auch beabsichtigt sein dürfte. Angesichts des Endes, bleibt abzuwarten welche Herangehensweise und Handlungsänderungen das dritte Volume parat hält. Genügend Spannung und Neugier, auch bezüglich einer endgültigen Aufklärung mancher noch offener Fragen, ist definitiv vorhanden, um das Interesse an der Serie zu halten.

Fazit

Higurashi Volume 2: Das Watanagashi Kapitel ist anders, als ich erwartet habe. Statt die Geschichte der ersten vier Episoden neu zu beleuchten und damit die offenen Rätsel und Fragen zu beantwortet, wird eine alternative Variante der Geschichte erzählt. Diese ist zwar ähnlich, zeigt aber neue Momente des Alltags von Keiichi und seinen Freunden und nimmt auch einen abweichenden Verlauf. Gleichzeitig ist Volume zwei in sich halbwegs geschlossen und bietet ein durchaus zufriedenstellendes Ende, setzt aber alleine aufgrund mancher Fakten und der mangelnden Charaktervorstellung Kenntnisse des ersten Volumes voraus. Dank des gelungenen Mixes aus fröhlich-niedlicher und düster-beklemmender Atmosphäre mit Horror-, Mystery-, Thriller-, Comedy- und Coming-of-Age-Anleihen, hat mich Higurashi Volume 2 wieder vor den Fernseher gefesselt. Lediglich die noch offenen Fragen und die Erzählweise der Serie hinterlässt noch etwas Skepsis bei mir, doch der Qualität schadet das nicht. Horror-Fans machen mit Higurashi wenig falsch, sollten aber bereit sein, sich auf die verwobene Geschichte und so manches noch offene Mysterium einzulassen.

Kurzfazit: Als spannender Mix aus fröhlich-niedlich und düster-beklemmend fesselt Higurashi Volume 2 mit alternativer Horror-Mystery-Geschichte, die ein paar Fragen beantwortet und neue Mysterien aufwirft.

Vielen Dank an AniMoon Publishing für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Higurashi no Naku Koro ni – Vol. 2: Das Watanagashi Kapitel!

Details
Titel: Higurashi no Naku Koro ni – Vol. 2: Das Watanagashi Kapitel
Originaltitel: Higurashi no Naku Koro ni
Genre: Horror, Mystery, Thriller, Drama
Regie: Chiaki Kon
Studio: Studio Deen
Produktionsjahr: 2006
Laufzeit: ca. 95 Minuten
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Testless Opening & Ending, Synchronclips, 2 Maxi-Poster
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 16
Erscheinungstermin: 17. August 2018
Herstellerseite: AniMoon Publishing

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Lesetipp: Rezension: Higurashi no Naku Koro ni – Vol. 1: Das Onikakushi Kapitel (Blu-ray)