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Jul 25 2018

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Rezension: Shirobako – Vol. 6 (Blu-ray)

Zum Ende der Anime-Produktion, müssen sich Aoi und ihre Kollegen in Shirobako Volume 6 unerwarteten Schwierigkeiten stellen.

Die Arbeiten an der Anime-Serie „Mädelfliegerstaffel Nr. 3“ nähern sich trotz einiger Probleme dem Ende und der Zeitplan scheint eingehalten werden zu können. Als dann die erste Episode ausgestrahlt wird und die Reaktionen der Fans positiv ausfallen, herrscht Hochstimmung bei Musashino Animation. Allerdings bleibt nicht alles ruhig. Aoi muss sich mit Beschwerden auseinandersetzen. Derweil soll Ema als Assistentin des Supervisors an der letzten Episode mitwirken. Doch dann stellt sich Meister Nogame, der Schöpfer der Manga-Vorlage, gegen das positivere Ende, das Regisseur Kinoshita dem Anime verleihen möchte und plötzlich hat das Team bei Musashino mit enormen zeitlichen Problemen zu kämpfen.

Stress, Leid & Freude

Shirobako Volume 6 beginnt mit der Frage, weshalb einige der Figuren in der Anime-Branche arbeiten. Bereits zuvor hat die Serie sich mit dem Thema beschäftigt und insbesondere bei Aoi Zweifel an ihrer Tätigkeit gezeigt. Als hintergründiger Strang bleibt das auch erhalten, der Fokus liegt jedoch wieder auf der Produktion von „Mädelfliegerstaffel Nr. 3“ und dem damit einhergehendem Stress. Interne Konflikte, Kommunikationsschwierigkeiten und sogar Ignoranz gegenüber der Arbeit von Musashino werden in den abschließenden vier Episoden von Shirobako behandelt. Dass nicht alles rund läuft war klar und schon früh ist zu erahnen, dass die hoffnungsvolle Stimmung bei Aoi und ihren Kollegen nicht lange anhalten wird. Genauso wie der scheinbar sehr gut einzuhaltende Zeitplan. Erneut vermittelt Shirobako das Gefühl, man würde als Zuschauer tatsächlich Einblick in eine echte Anime-Produktion erhalten. Zwar sind so manche Elemente, wie etwa die Konfrontation mit dem Manga-Verlag überzeichnet, doch gerade das sorgt für das gewisse Etwas, das die Serie benötigt, um nicht zu realistisch zu werden.

Dazu tragen natürlich auch die vielschichtigen und eigensinnigen Charaktere bei. Das große Ensemble versteht es wie schon zuvor, komplett zu überzeugen und bei so mancher Figur sind Entwicklungen zu erkennen. Auch abseits der fünf Schulfreundinnen und Protagonistinnen Aoi, Ema, Midori, Misa und Shizuka. Diese dürfen zum Ende der Serie alle noch einmal auftreten und die Stärken ihrer Rollen ausspielen. Das ist gut so, da Shizuka oft etwas zu kurz gekommen ist. Produktionsmanagerin Aoi bleibt jedoch die klare Hauptfigur, um die sich alles dreht. Trotzdem rückt immer wieder auch das restliche Ensemble etwas mehr in den Vordergrund. Etwa, wenn in mehreren aufeinanderfolgenden, kurzen Szenen ein Überblick über die Arbeit bei Musashino gezeigt wird. Gerade diese Momente sind es, die den Anime-Produktionseinblick noch verstärken. Zusätzlich werden regelmäßig verschiedene Emotionen geweckt. Unweigerlich fühlt man mit Aoi und den anderen mit. Sei es Freude oder Leid, Stress oder Trauer, stets kann man die Gefühle nachvollziehen und manche Szenen haben sogar Gänsehautpotenzial oder laden zum Lachen ein. Damit bietet Shirobako Volume 6 ein fantastisches Finale, das der Serie mehr als würdig ist und Lust auf eine weitere Staffel weckt. Immerhin ein Film wurde kürzlich angekündigt, hat aber bisher noch keinen Termin.

Wie schon bei Volume drei mit „Exodus“, befindet sich im Bonusmaterial die vollständige erste Episode von „Mädelfliegerstaffel Nr. 3“. Die zirka 25 Minuten lange Anime-Folge macht Spaß und erzählt den Auftakt einer interessanten Geschichte. Zwar werden Erinnerungen an einige andere bekannte Serien geweckt, dennoch habe ich mir gewünscht, „Mädelfliegerstaffel Nr. 3“ weitersehen zu können. Noch mehr als es bei „Exodus“ der Fall war. Gerne hätte ich die Geschichte von Aria und den anderen miterlebt und das, obwohl das Ende durch Shirobako bereits bekannt ist. Als Extra ist die Zusatzepisode wirklich gelungen. Großes Lob an P.A. Works.

Fazit

Mit Shirobako Volume 6 endet die Geschichte von Aoi, ihren Freundinnen und ihren Kolleginnen zumindest vorerst. Die vier finalen Episoden haben mich wieder hervorragend unterhalten. Jede Minute habe ich mit den Figuren mitgefühlt und hatte Spaß daran zu erleben wie die Arbeiten an „Mädelfliegerstaffel Nr. 3“ voranschreiten. Die Kombination aus hervorragendem Ensemble, toller Handlung und Einblick in die Anime-Produktion funktioniert einmal mehr ausgezeichnet. Dank etwas Überzeichnung und einem leichten Humor ist zudem für die nötige Abwechslung gesorgt, so dass eine angenehme Grundstimmung erhalten bleibt. Sicherlich ist nicht alles realistisch und Shirobako stellt einige Aspekte der Anime-Produktion positiver dar als sie teilweise sein mögen, doch das hat keinerlei Einfluss auf den Unterhaltungswert der Serie, die ich jedem Anime-Fan, der nicht unbedingt immer Action oder mitreißende Ereignisse braucht, empfehlen kann.

Kurzfazit: Ausgezeichnetes Serien-Finale, das mit seiner interessanten Handlung und einem sympathischen Ensemble sowie der richtigen Mischung aus Slice of Life, Drama, Comedy und Gefühlen großartig unterhält.

Vielen Dank an KSM Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Shirobako – Vol. 6!

Details
Titel: Shirobako – Vol. 6
Genre: Slice of Life
Regie: Tsutomu Mizushima
Studio: P.A. Works Co., Ltd.
Produktionsjahr: 2014
Laufzeit: ca. 99 Minuten
Sprachen: Deutsch (DTS-HD MA 2.0), Japanisch (DTS-HD MA 2.0)
Untertitel: Deutsch
Extras: Trailer, Bildergalerie
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungstermin: 19. Juli 2018
Herstellerseite: Shirobako – Vol. 6 bei KSM Anime

© P.A. Works / KSM Anime

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