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Jul 10 2018

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Anime-Simulcast-Sommersaison 2018 Teil 2

Die Anime-Sommer-Saison 2018 geht mit neuen Simulcasts bei Crunchyroll, Amazon Prime, Anime on Demand und Wakanim weiter.

Nach den ersten Simulcast-Starts, sind weitere Serien im japanischen Fernsehn und bei Crunchyroll, Amazon Prime, Anime on Demand und Wakanim gestartet. Im zweiten Teil widme ich mich Seven Senses of the Re’Union, Harukana Receive, Cells at Work!, Music Girls, The Master of Ragnarok & Blesser of Einherjar und Asobi Asobase.

Seven Senses of the Re’Union (Shichisei no Subaru)

Studio: Lerche
Genre: Fantasy, Science-Fiction, Drama, Action
Termin: 05. Juli 2018
Stream bei Amazon Prime

Worum geht’s?
Im weltweit beliebten MMORPG Union haben die Haruto, Asahi, Satsuki, Takanori, Clive und Nozomi die starke und legendäre Party Subaru gebildet. Bis während einer Quest Asahi Game Over ging, was das endgültige Ende im Spiel bedeutet. Doch auch in der Realität starb das Mädchen. Sechs Jahre später kehrt das damals eingestellte MMORPG als Re’Union zurück. Von einem Bekannten dazu gedrängt, loggt sich Haruto ein und macht eine schockierende Entdeckung.

Ersteindruck
Wieder eine Serie, die eine Online-Welt als Grundlage hat? Neu ist das Setting gewiss nicht, doch Seven Senses of the Re’Union verknüpft das Ganze mit einer wichtigen Drama-Komponente, die ein wenig an Ano hana erinnert. Dieser Aspekt verleiht der Serie einen besonderen Stand, der in der ersten Episode jedoch nur teilweise zum Tragen kommt. So beginnt Seven Senses of the Re’Union noch relativ standardmäßig. Das MMORPG sowie die Hauptcharaktere werden vorgestellt und ihr freundschaftlicher Umgang miteinander gezeigt. Hierbei wird schnell klar, dass die Beziehungen der Figuren zueinander einige Möglichkeiten für Eifersucht bieten. Einfallsreich mag das nicht sein, zumal vom niedlichen, unbedarften Mädchen über die Tsundere und den coolen, lässigen bis hin zum nette, freundlichen Anführer alles geboten wird. Dadurch sind die Rollen allerdings klar verteilt, weshalb manche Verhaltensweisen der Figuren wenig überraschen. Gerade nach dem Tod von Asahi. Dennoch hat es Seven Senses of the Re’Union durch die Genre-Verknüpfung geschafft, mein Interesse zu wecken. Es werden genug Fragen aufgeworfen, um Spannung zu erzeugen und gleichzeitig sind die Charaktere trotz bekannter Eigenschaften grundsätzlich sympathisch. Auch die Entwicklung von Haruto nach dem Zeitsprung mag nicht neu sein, erfüllt aber ihren Zweck. Zudem wird abseits der Story um Asahi und die Gilde eine zusätzliche Hintergrundgeschichte zu Re’Union geboten. Es ist also genug Potenzial vorhanden aus dem geschöpft werden kann. Gelingt das, könnte Seven Senses of the Re’Union eines der Highlights der Saison werden.

Harukana Receive

Studio: Challenge to Challenge
Genre: Sport, Alltag
Termin: 06. Juli 2018
Stream bei Anime on Demand

Worum geht’s?
Da ihre Mutter wegen ihrer Arbeit ins Ausland muss, zieht Haruka zu ihrer Oma nach Okinawa. Sonne, Meer und Strand. Die Schülerin ist von ihrem neuen zu Hause begeistert. Dort trifft sie auch ihre Cousine Kanata, die ebenfalls bei der gemeinsamen Oma lebt, wieder. Kurz nach ihrer Ankunft entdeckt Haruka einen Sport, für die sie aufgrund ihrer Größe gut geeignet ist, für sich: Beachvolleyball. Zusammen mit Kanata möchte sie ein Team aufstellen. Doch ihre Cousine hat den Sport schon vor einiger Zeit aufgegeben.

Ersteindruck
Harukana Receive bietet eine klassische erste Episode. Die Geschichte beginnt mit Harukas Ankunft auf Okinawa, dem sich ihr Wiedersehen mit Kanata und schließlich der erste Kontakt mit Beachvolleyball anschließen. Sonne, Meer und Mädchen in Badekleidung wird also satt geboten. Darunter auch zwei potenzielle Rivalinnen für die beiden Protagonistinnen. Neben der Vorstellung von Haruka und Kanata konzentriert sich die erste Episode auf die Einführung von Setting und Beachvolleyball als verbindendes Thema. Dabei kann Harukana Receive durchaus unterhalten. Die in schönen Bildern erzählte Handlung weckt das Interesse an den Figuren und der Geschichte, auch wenn grob betrachtet wenig Neues geboten wird. Die Serie bleibt also dem Sport-Genre weitgehend treu, schafft es aber genügend Sympathien für Haruka und Kanata aufzubauen. Zumindest die zweite Episode werde ich mir definitiv ansehen, in der Hoffnung, dass vorhandenes Potenzial genutzt wird und auch abseits des Beachvolleyballs genug Platz zur Entfaltung der Charaktere geboten wird. Auflockerungen sind ebenfalls Pflicht. Genre-Fans dürften ziemlich sicher ihren Spaß mit der Serie haben.

Cells at Work! (Hataraku Saibou)

Studio: David Production
Genre: Comedy, Abenteuer, Action
Termin: 07. Juli 2018
Stream bei Wakanim

Worum geht’s?
Das Innere eines menschlichen Körpers. Hier arbeiten ungefähr 37 Trillionen Zellen in verschiedensten Funktionen. Sie transportieren Sauer- und Nährstoff, kämpfen gegen Bakterien oder reparieren Wunden. Cells at Work! erzählt davon, was alles im Körper so passiert und rückt dabei ein unerfahrenes rotes Blutkörperchen in den Mittelpunkt.

Ersteindruck
Cells at Work weist unter den Anime-Serien der Sommer-Saison 2018 das wahrscheinlich ungewöhnlichste Setting auf: das Innere eines Menschen. Die erste Episode zeigt wunderbar in welche Richtung sich dieser ungewöhnliche Mix aus Comedy, Action und Abenteuer bewegt. Protagonistin ist ein noch junges und bei der Arbeit unerfahrenes Erythrozyt, also rotes Blutkörperchen. Unterstützung erhält sie von einem weißen Blutkörperchen, einem Leukozyt. Auch allerlei andere wichtige Zellen des menschlichen Körpers tauchen in den aberwitzigen zirka 23 Minuten auf. Dabei geht es in der ersten Episode um das Eindringen von Pneumokokken-Bakterien und die Suche nach einem entkommenen in die, die Protagonistin eher zufällig hineingezogen wird. Auf ihrem Lieferweg zur Lunge verirrt sie sich häufig, so dass verschiedene Bereiche des Körpers und somit die unterschiedlichen Funktionsweisen in dieser als geschäftigen Stadt aufgebauten Innern eines Menschen gezeigt werden können. Etwas überraschend ist wie blutig die weißen Blutkörperchen gegen die Bakterien und Viren kämpfen. Doch auch das passt wunderbar zur Serie, die mit einem individuelle Stil, schönen Bildern, flüssigen Animationen, einer tollen Sounduntermalung und guter Synchronisation überzeugen kann. Für den Niedlichkeitsfaktor in all dem sorgen die als Kinder dargestellten Thrombozyten, wodurch der hohe Grad an Abwechslung nahezu perfekt abgerundet wird. Cells at Work! mag trotz eingebauter Infos zum menschlichen Körper nicht anspruchsvoll sein, macht aber einfach Spaß und könnte deshalb eines meiner Highlights der Sommer-Saison werden.

Music Girls (Ongaku Shoujo)

Studio: Studio Deen
Genre: Musik, Comedy
Termin: 07. Juli 2018
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Die Idol-Gruppe Music Girls ist trotz aller Bemühungen nur wenig erfolgreich. Das zeigt sich auch bei einem Contest, den die elf Band-Mitglieder Haru, Eri, Sarasa, Kiri, Uori, Sasame, Miku, Hiyo, Shupe, Kotoko und Roro gemeinsam mit ihrem Manager bei einem kleinen Konzert auf einem Flughafen veranstalten: Niemand hat sich dafür angemeldet. Genau zu diesem Zeitpunkt kommt Hanako zusammen mit ihren Eltern in Japan an. Das Mädchen ist begeisterter Idol-Fan und reagiert sofort auf das Schild. Allerdings sind ihre Vorstellungen von Idols etwas anders als erwartet.

Ersteindruck
Eine weitere Anime-Serie rund um eine Idol-Gruppe. Allerdings beschäftigt sich Music Girls in der ersten Episode nicht mit der Gründung und dem Aufbau Music Girls, sondern zeigt die elf Mitglieder bereits gemeinsam agierend – wenn auch wenig erfolgreich. Lediglich Hauptcharakter Hanako lernt die Idols und ihren Manager erst kennen. Etwas überraschend ist, dass es Studio Deen bei der Originalproduktion trotz des recht großen Ensembles gelingt keine Verwirrung aufkommen zu lassen. Zum einen ist das dem Charakterdesign, viel mehr aber der eher geringen Vorstellung der Figuren zu verdanken. Lediglich Hanako erhält eine genauere Charakterisierung, die elf Idols, ihr Manager und Hanakos Eltern erhalten lediglich einige Ansätze. Für die Auftaktepisode ist das vollkommen in Ordnung. Einen neuen Meilenstein unter den Idol-Serien erwarte ich mir nach der ersten Episode nicht. Music Girls zeigt sich amüsant und etwas abgedreht, die Musik weiß zu gefallen und mit Hanako wird etwas Eigenständigkeit aufgebaut. Besonders das Ende der ersten Episode sorgt für einen Lacher und kann das Interesse wecken. Über den Durchschnitt kommt Music Girls jedoch weder inhaltlich noch technisch hinaus. Trotzdem könnte bei guter Nutzung der Ansätze eine zumindest kurzweilig unterhaltsame Idol-Serie geboten werden.

The Master of Ragnarok & Blesser of Einherjar (Hyakuren no Haou to Seiyaku no Valkyria)

Studio: EMT Squared
Genre: Fantasy, Harem, Action, Romantik
Termin: 07. Juli 2018
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Zwei Jahre nachdem der 16-jährige Yuuto in die Welt Yggdrasil beschworen wurde, steht er an der Spitze eines Clans und befehligt eine mehrere tausend Mann starke Streitmacht. Zu verdanken hat er das seinem solarbetriebenen Smartphone, durch das er Zugriff auf Strategien berühmter Feldherren und in Yggdrasil unbekannten Technologien verschafft. Es ist an Yuuto seinen Clan zu führen. Unterstützt wird er dabei von schönen Kriegermädchen, deren Avancen er sich regelmäßig ausgesetzt sieht.

Ersteindruck
Die nächste Isekai-Serie setzt in der ersten Episode zwei Jahre nachdem Protagonist Yuuto in die Welt Yggdrasil beschworen wurde an. Auf diese Weise kann er bereits als erfahrener Anführer mit mehreren Untergebenen vorgestellt werden. Dabei gelingt es sowohl Yuuto als auch einige seiner Begleiterinnen sowie die Welt selbst ausführlich genug vorzustellen, um ein grundsätzliches Verständnis der Serie zu erzeugen. Wirklich neu mögen die Ideen dabei nicht sein, doch sollte einen Zeitsprung zurück zu Yuutos Anfängen in Yggdrasil verzichtet werden, könnte die Serie statt üblicher Abenteuer weitaus interessantere Teile der Geschichte in den Mittelpunkt stellen. So etwa seine Aufgabe den Wolfs-Clan zu führen oder ordentlich inszenierte Schlachten und Kämpfe zu zeigen. Doch trotz allem bleibt The Master of Ragnarok & Blesser of Einherjar dem Genre in weiten Teilen treu und vereint die bronzezeitliche Fantasy mit Harems-Ecchi-Elementen. Dass zudem Yuutos Smartphone eine wichtige Rolle zu spielen scheint, bringt zwar zusätzliches Potenzial, etwa durch die Möglichkeit mit seiner Freundin in seiner Heimatwelt zu telefonieren, mit ein, ist aber auch nicht neu. Mehr als Genre-Standard wird letztlich nicht geboten, trotzdem werde ich der Serie gerne eine weitere Chance geben, da Setting und Figuren mein Interesse ausreichend geweckt haben. Neue Maßstäbe wird The Master of Ragnarok & Blesser of Einherjar jedoch nicht setzen.

Asobi Asobase: Workshop of fun

Studio: Lerche
Genre: Comedy. Alltag
Termin: 08. Juli 2018
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Olivia ist neu an der Schule. Gegenüber Hanako behauptet das amerikanisch-stämmige Mädchen nur schlecht japanisch zu können, obwohl sie in Japan aufgewachsen ist. Das nutzt sie etwa in Spielen, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Als ihre Klassenkameradin Kasumi sie darum bittet ihr Englisch beizubringen, steckt Olivia in Schwierigkeiten, da sie selbst nicht sonderlich gut darin ist. Letztlich treten die Mädchen in verschiedenen Spielen gegeneinander an und verbringen ihren Schulalltag zusammen.

Ersteindruck
Asobi Asobase ist diese Sommer-Saison bisher die Serie, die mich am meisten überrascht hat – ohne das in irgendeiner Weise wertend zu meinen. Aufgrund der Storybeschreibung und Bilder, habe ich mir von der Comedy-Serie schlicht etwas anderes erwartet. Statt fröhlich-amüsanter Alltagsgeschichten, ist Asobi Asobase recht abgedreht mit verrückten Charakteren und Stilmitteln, die in starkem Kontrast zu den schönen Bildern stehen. So ganz bin ich mir nicht sicher, was ich von der ersten Episode halten soll. Auf der einen Seite, konnte ich ein paar Mal schmunzeln und hatte teilweise durchaus meinen Spaß, andererseits waren manche Szenen etwas seltsam und auch mit den drei Hauptfiguren bin ich nicht ganz warm geworden. Alleine deshalb werde ich mir die nächste Episode wohl auch ansehen, um ein genaueres Bild der Serie zu bekommen. Wer keine niedliche Alltags-Comedy-Serie erwartet und kein Problem mit einem gewissen Grad Verrücktheit hat, kann einen Blick wagen.

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