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Jul 08 2018

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Anime-Simulcast-Somersaison 2018 Teil 1

Pünktlich zum Juli hat die Anime-Sommersaison 2018 begonnen. In der vergangenen Woche sind bereits einige Simulcasts gestartet.

Neue Anime-Saison bedeutet neue Simulcasts. Im ersten Teil zur Anime-Sommersaison 2018 befasse ich mich mit den Crunchyroll-Neustarts Hanebado!, Island, Mr. Tonegawa Middle Management Blues und How Not to Summon a Demon Lord sowie den bei Anime on Demand laufenden Simulcasts The Thousand Noble Musketeers und Chio’s School Road.

Hanebado!

Studio: Liden Films
Genre: Sport, Ganbatte, Coming of Age
Termin: 01. Juli 2018
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Bei der letzten Nationalen Junioren-Meisterschaft musste Nagisa Aragaki, Kapitän des Badminton Clubs der Kita Komachi Oberschule, eine schwere Niederlage hinnehmen. Seitdem trainiert sie wie verbissen und setzt die anderen Klubmitglieder unter Druck besser zu werden. Derweil ist Ayano Harusaki neu an der Schule, meidet aber trotz ihres großen Talents, den Badminton-Klub.

Ersteindruck
Oberschülerinnen die Badminton spielen? Im ersten Moment, könnte der Verdacht aufkommen, Hanebado! gehört in die Kategorie der Sport-Serien mit hübschen Mädchen, die möglichst ansprechend inszeniert sind. Dieser Eindruck wird jedoch bereits in der ersten Episoden relativiert. Natürlich bleibt das Grundthema Sport mit Oberschülern erhalten, doch Hanebado! überrascht mit einer ernsten, nachdenklich stimmenden und spannenden Geschichte. Wofür spiele ich Badminton? Diese Frage beschäftigt die beiden im Mittelpunkt stehenden Charakteren Ayano und Nagisa aus ganz unterschiedlichen Gründen. Scheinen sie noch so unterschiedlich, lässt sich bereits nach der ersten Episode erahnen, dass sie weitaus mehr gemeinsam haben. Besonders die Gründe für Ayanos ablehnende Haltung zum Badminton, bleiben vorerst noch im Dunkeln. Gemeinsam mit der hervorragenden Figurendar- und vorstellung schafft es die Handlung einen Flow zu entwickeln, der mich die vollen 24 Minuten gefesselt und mein Interesse an der Serie verstärkt hat. Ergänzt wird das noch durch die exzellente Inszenierung, tolle Animationen, wunderschöne Bilder, eine erstklassige Synchronisation mit sehr guten Untertiteln sowie die ausgezeichnete Soundkulisse samt Hintergrundmusik. Hält Hanebado! die Qualität der ersten Episode, könnte die Serie nicht nur im Sportbereich zu den Highlights des Jahres gehören.

Island

Studio: feel.
Genre: Drama, Mystery, Science-Fiction
Termin: 01. Juli 2018
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Ein junger Mann ohne Erinnerung wird an den Strand der Insel Urashima gespült. Dieses scheinbare Paradies birgt ein Geheimnis. Ein solches ist auch der Fremde, der von sich überzeugt ist ein Zeitreisender zu sein und die Mission zu haben ein Mädchen und die Welt zu retten. Auf der Insel begegnet er der mysteriösen Rinne, die genauso wie die Bürgermeister-Tochter Karen und die junge Priesterin Sara in Visionen von ihm vor kommen. Was hat es mit all dem auf sich? Kann er seine Bestimmung erfüllen?

Ersteindruck
Island ist eine Serie bei der mir nach der ersten Episode eine Einschätzung schwerfällt. Grundsätzlich zeigt die Mystery-Geschichte einige interessante Ansätze, wirft Fragen auf und weckt das Interesse an den seltsamen Ereignissen rund um die Charaktere. Allerdings wird vieles eben nur angedeutet. Das ist an sich nicht schlimm, da zum Auftakt die Charaktere vorgestellt werden, dafür ist schwer zu sagen, wie packend und spannend die Serie in Zukunft sein könnte. Zumindest grundlegend wurde mein Interesse an der Geschichte um den erinnerungslosen Zeitreisenden Setsuna, das geheimnisvolle Mädchen Rinne und die Mysterien der Insel geweckt. Bereits zum Auftakt werden außerdem einige Figuren vorgestellt, von denen sich neben Setsuna und Rinne zwei als weitere wichtige Charaktere herauskristallisieren. Wirklich eine Verbindung zu den Akteuren konnte ich jedoch noch nicht entwickeln. Potenzial ist vorhanden, aber es bleibt abzuwarten, wie sich die Serie entwickelt. Auf der technischen Seite zeigt sich Island jedenfalls schon recht ordentlich und bietet einige schöne Szenen und gute Animationen, kann aber bei der japanischen Synchronisation nicht voll überzeugen.

Mr. Tonegawa Middle Management Blues (Chuukan Kanriroku Tonegawa)

Studio: Madhouse
Genre: Comedy
Termin: 03. Juli 2018
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Yukio Tonegawa ist der Manager und zweit mächtigste Mann des Unternehmens Teiai. Zu seinen Aufgaben zählt das Eintreiben von Schulden oder Ausrichten von Glücksspielturnieren. Als der Präsidenten von Teiai, Kazutaka Hyodo, vom Leben gelangweilt ist, beauftragt er Tonegawa mit der Ausrichtung eines Todesspiels. Es ist nun an dem Manager mit seinem Untergebenen etwas zu organisieren, das den Präsidenten bei Laune hält.

Ersteindruck
Bei Mr. Tonegawa Middle Management Blues handelt es sich um ein Spin-off der Kaiji-Serien mit dem titel gebenden Manager Yukio Tonegawa in der Hauptrolle. Obwohl die Serie als Prequel angelegt ist, beginnt die erste Episode mit einem Rückblick auf die Erlebnisse von Kaiji. Erst danach setzt die Geschichte ein und stellt – inklusive sehr enthusiastischem Erzähler – den Alltag von Tonegawa vor. Insbesondere das Geldeintreiben seiner Untergebenen steht hierbei im Mittelpunkt. Trotz allem entsteht ein recht gutes Bild der Hauptfigur. Spätestens nach der Hälfte, wenn Tonegawa seinen neuen Auftrag erhalten hat, wird deutlich, dass sich die Serie nicht ernst nimmt. Bereits zuvor ist das durch die Art des Erzählers und die allgemein vorhandene Überzeichnung erkennbar, doch der Humor zieht später noch einmal deutlich an. Zumindest in dieser Hinsicht kann die erste Episode dann auch bereits wunderbar unterhalten und ist für einige Lacher gut. Wird der eingeschlagene Weg beibehalten und die Konzentration liegt auf dem Comedy-Faktor, könnte Mr. Tonegawa Middle Management Blues eine der verrücktesten Serien der Saison werden. Dazu passt auch der eigenwillige Stil, der von den flüssigen Animationen gut getragen wird.

The Thousand Noble Musketeers (Senjuushi)

Studio: TMS Entertainment
Genre: Action
Termin: 03. Juli 2018
Stream bei Anime on Demand

Worum geht’s?
Nach einem Nuklear-Krieg, der die Welt verwüstet hat, leben die Menschen unter der strengen Diktatur des Weltregime. Dieses hat die Kontrolle über alle Waffen. Dennoch bildet sich eine Widerstandgruppe und kämpft gegen die Unterdrückung. Zu ihnen gehören auch die sogenannten Musketiere, von ihrem Meister erweckte historische Waffen in Menschengestalt.

Ersteindruck
Basierend auf einer Game-Vorlage erzählt das Studio TMS Entertainment von als Menschen zum Leben erweckten historischen Schusswaffen, die sich gegen ein totalitäres Regime stellen. Dabei stellt die erste Episode zum Beginn Setting und Figuren, die passend zu der jeweiligen Waffe benannt sind, vor. Allerdings bleibt dadurch die Spannung etwas auf der Strecke. Lediglich zum Ende hin dürfen die individuell designten Figuren in einem lediglich ordentlich inszenierten Kampf antreten. Zuvor konzentriert sich die Serie auf die Vorstellung der Charaktere und ihre Vorbereitung auf die Mission. Dadurch lernt man das große Charakterfeld und die vier wichtigsten Akteure zwar ein wenig kennen, es bleibt aber noch Luft nach oben. Potenzial zeigt The Thousand Noble Musketeers trotzdem. Sowohl die Geschichte als auch das Setting sind interessant und bieten zahlreiche Möglichkeiten. Das große Ensemble könnte zusätzlich für Abwechslung sorgen. Ob das jedoch genutzt wird, bleibt jedoch abzuwarten. Genauso, ob der Fokus eher auf dem Freiheitskampf liegen wird oder der Alltag der Musketiere im Mittelpunkt stehen wird.

How Not to Summon a Demon Lord (Isekai Maou to Shoukan Shoujo no Dorei Majutsu)

Studio: Ajiado
Genre: Fantasy, Ecchi, Comedy
Termin: 05. Juli 2018
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Als Diablo ist Takuma Sakamoto im Online-Rollenspiel Code Reverie als König der Dämonen und mächtigster Spieler bekannt. In der Realität verlässt er seine Wohnung nicht und hat keinerlei soziale Kontakte. Eines Tages, Takuma ist wie gewohnt am zocken, erwacht er plötzlich in der Gestalt von Diablo. Vor ihm sind zwei junge Mädchen, eine Elfe und ein Panthermädchen, die darüber streiten, wer ihn als Sklavenmonster beschworen hat. Kaum richtet er das Wort an sie, erscheint das Sklavenhalsband – allerdings nicht bei ihm, sondern bei den beiden Abenteurerinnen. Takumas Leben als Diablo in einer Fantasy-Welt, die ihn an Code Reviere erinnert, beginnt.

Ersteindruck
Keine Anime-Season ohne neue Isekai-Serie. In der Light-Novel-Umsetzung des Studios Ajiado beschwören die Abenteurerinnen Shera L. Greenwood und Rem Galleu statt des geplanten Sklavenmonsters, das ihnen zur Seite stehen soll, den mächtigen Spielercharakter Diablo. Natürlich verkörpert von Takuma Sakamoto, der Diablo in einem MMORPG spielt. Dabei bleibt How Not to Summon a Demon Lord dem Genre im weiten Sinn treu und baut auf ebenfalls bereits gesehene Variante Comedy, Abenteuer und Ecchi-Elemente mit ein. Die erste Episode dient dann auch vorwiegend dazu, das alles irgendwie zu zeigen, die drei Hauptfiguren grob vorzustellen und Diablos unglaubliche Macht darzustellen. Interessant ist jedoch, dass sich Takuma seines Daseins in der Fantasy-Welt voll bewusst ist und anders als etwa in Overlord, spielt seine Gedankenwelt eine große Rolle. Dort sind seine Probleme mit der Situation – etwa, weil er soziale Interaktion, insbesondere mit Frauen nicht gewohnt ist – deutlich zu erkennen. Nach Außen reagiert und spricht er so wie im MMORPG als Diablo, was zwei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten hervorbringt. An seiner Seite bringen Shera und Rem allerlei Genre-Klischees mit ein. Während Shera vorerst noch etwas blasser bleibt, erhält Rem einen wichtigen Hintergrund, der zumindest den Kern einer interessanten Geschichte mit sich bringt. Mehr als kurzweilige Genre-Unterhaltung für Isekai-Fans, bietet Episode eins aber nicht, dürfte der Zielgruppe aber gefallen.

Chio’s School Road (Chio-chan no Tsuugakuro)

Studio: diomedéa
Genre: Comedy
Termin: 06. Juli 2018
Stream bei Anime on Demand

Worum geht’s?
Chio ist ein gewöhnliches Mädchen, verliert sich aber schnell in ihren Videospielen. Das geht soweit, dass sie sich auf dem Schulweg vorstellt eine Assassine zu sein. Oder sie ist ein Agent und muss sich gegen Feinde wehren. Durch ihre lebhafte Fantasie, aber auch ihre Unsicherheit im Umgang mit anderen, ist ihr Schulweg voller Abenteuer und ungewöhnlicher Ereignisse.

Ersteindruck
Ganz sicher, was ich von Chio’s School Road erwarten soll, weiß ich nach der ersten Episode noch nicht. Aufgrund der Storyzusammenfassung habe ich irgendwie etwas abgedrehter und Verrückteres erwartet. Im Grunde bietet der Serienauftakt bereits Ansätze davon und erzählt in zwei Handlungsbögen von zwei nicht ganz normal ablaufenden Schulwegen von Chio. Dabei kommentiert sie viel in Gedanken. Immerhin bietet ihre Abkürzung in der ersten Geschichte bereits eine Ahnung davon, was noch kommen könnte. Chio driftet gerne mal ab, ahmt als Zockerin Aktionen aus Spielen nach oder driftet in ihre Fantasie ab. Durch die zweite Geschichte wird dann auch deutlich, dass Chio auf ihrem Schulweg nicht immer zwingend alleine ist. Leider ist der Humor noch etwas schwächer als erwartet. Aber Potenzial ist vorhanden und Intro sowie Ending machen durch die gezeigten Szenen Hoffnung auf noch abgedrehtere Schulweg-Abenteuer. Auf der technischen Seite kann sich die Serie sehen lassen, auch wenn der Stil gerade bei manchen Hintergründen eher einfach ausfällt.

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