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Jul 02 2018

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Rezension: The Eccentric Family – Staffel 1 – Vol. 2 (Blu-ray)

Das chaotischen Leben der Tanuki, Tengu und Menschen in Kyoto geht in The Eccentric Family Volume 2 gefährlich und fröhlich weiter.

Knapp ist Yasaburo dem Tod entronnen. Wie sein Vater wäre er fast im Suppentopf der Menschen des Friday-Clubs gelandet. Und das nur, weil Benten, die einst beim selben Tengu-Lehrmeister wie Yasaburo gelernt hat, wütend auf ihn war. Mittlerweile holt den jungen Tanuki der Alltag wieder ein. Inklusive des Wahlkampfs um das Oberhaupt der Tanuki-Gemeinschaft von Kyoto. Sein älterer Bruder Yaichiro tritt gegen den eigenen Onkel Sooun Ebisugawa an. Seit langer Zeit herrscht großer Zwist zwischen den beiden Familien. Den Ebisugawas scheint jedes Mittel recht, um die Wahl zu gewinnen und so geraten Yasaburo, Yaichiro, ihr jüngerer Bruder Yashiro und ihre Mutter durch Intrigen in große Gefahr.

Spannend-gefährlicher Alltag

The Eccentric Family Volume 1 hat eine gute Grundlage gelegt und Figuren sowie Welt in der Tanuki, Tengu und Menschen agieren vorgestellt. Die zweite Hälfte von Staffel eins knüpft daran an und greift gleichzeitig die begonnenen Storyfäden auf. So rückt die Wahl des Tanuki-Oberhaupts immer stärker in den Mittelpunkt der Ereignisse und wird zum großen Dreh- und Angelpunkt. Das geht sogar so weit, dass der lockere Alltag von Yasaburo und den anderen etwas kürzer kommt und stattdessen der Streit zwischen der Shimogamo- und Ebisugawa-Familie behandelt wird. Gleichzeitig werden einige zuvor offene Fragen genau zum richtigen Zeitpunkt beantwortet. Das hilft der Geschichte, trägt zur Charakterentwicklung bei und unterstützt außerdem die immer stärker anziehende Spannungskurve, die schließlich in den letzten vier Episoden einen unerwarteten Höhepunkt erreicht.

Hier nimmt The Eccentric Family noch einmal richtig Fahrt auf und führt alle Handlungsbögen und Figuren langsam und gekonnt zusammen. Obwohl durch die vorherrschende Gefahr für Yasaburo und seine Familie eine ernstere Atmosphäre entsteht, verliert sich die Serie nicht darin. Statt dessen gelingt es sogar durch auflockernden, subtilen Humor die bekannte Leichtigkeit zu erhalten, ohne dass die Grundstimmung darunter leidet. Dazu gesellt sich die hervorragende Nutzung des Ensembles, das genau richtig eingesetzt, weiterentwickelt und ausgebaut wird. Besonders Sooun Ebisugawa, seine Söhne Ginkaku und Kinkaku, seine Tochter Kaisei und Yasaburos Bruder Yajiro profitieren davon. In Bentens Fall werden einige Widersprüche aufgeklärt, so dass auch dieser Kritikpunkt des ersten Volumes keine Rolle mehr spielt. Allgemein erhält The Eccentric Family durch die sieben abschließenden Episoden ein deutlich runderes Bild.

Da überrascht es dann auch nicht, dass die Serie vom Studio P.A. Works wieder ausgezeichnet zu unterhalten weiß und die verschiedenen Genres gekonnt miteinander verknüpft. Egal ob Comedy, Slice of Life, Drama und die Prise Coming of Age, jedes Element fügt sich perfekt ein und trägt einen Teil dazu bei, dass The Eccentric Family so gut funktioniert. Dass die Serie dann auch noch mit gut geschriebenen Dialogen, der vom ersten Volume bekannten, leichten Tiefgründigkeit und einer passenden Botschaft aufwarten kann, rundet alles ab. Da stört es dann auch nicht, dass manche Verhaltensweisen am Ende leicht fragwürdig wirken, sondern schiebt sie der allgemeinen Verrücktheit der Figuren zu, was wiederum ganz der Serie entspricht. Der Abschluss von Staffel eins ist überaus gelungen und zufriedenstellend und unterstreicht damit wieder den Slice of Life-Aspekt.

Fazit

Vielleicht verliert The Eccentric Family in der zweiten Hälfte zeitweise ein wenig zu viel von der grundsätzlichen Fröhlichkeit, wird etwas zu ernst oder von Intrigen bestimmt. Genau betrachtet, ist die Serie damit aber nur konsequent und führt all das Zusammen, was zuvor aufgebaut wurde. Außerdem bleibt die leichte Verrücktheit, inklusive subtilem Humor und gut geschriebenen Dialoge erhalten, so dass die Serie nichts von dem hohen Unterhaltungswert einbüßt. Getragen wird das alles von wunderbaren, etwas abgedrehten Figuren. Etwas überrascht war ich lediglich vom unerwartet runden, zufriedenstellenden Abschluss der ersten Staffel. Natürlich in positiver Hinsicht. Freunde ungewöhnlicher Slice-of-Life-Comedy-Drama-Serien mit interessanten Figuren, gut geschriebenen Dialogen und einem leichten Hang zur Verrücktheit, sollten sich The Eccentric Family nicht entgehen lassen.

Kurzfazit: The Eccentric Family Volume 2 bietet trotz unerwartet hoher Spannungskurve den bekannten angenehmen Genre-Mix samt vielschichtiger Figuren, gut geschriebener Dialoge und einem überraschend runden Ende.

Vielen Dank an Universum Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Eccentric Family – Staffel 1 – Vol. 2!

Details
Titel:  The Eccentric Family – Staffel 1 – Vol. 2
Originaltitel: Uchouten Kazoku
Genre: Drama, Slice of Life, Comedy
Regie: Masayuki Yoshihara
Studio: P.A. Works
Produktionsjahr: 2013
Laufzeit: ca. 159 Minuten (DVD), ca. 165 Minuten (Blu-ray)
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Japanische Original-Werbetrailer, Japanischer Original-Pilottrailer, Japanischer Original-Trailer
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungstermin: 29. Juni 2018
Herstellerseite: The Eccentric Family – Staffel 1 – Vol. 2 bei Universum Anime

© Tomihiko Morimi, GENTOSHA / Uchoten-Kazoku Committee / Universum Anime

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