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Jun 27 2018

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Rezension: AIKa Colllector’s Edition (DVD)

Nipponart bringt Aika als DVD-Collector’s-Edition mit allen drei OVAs rund um die Agentin zurück.

Angesiedelt in der nahen Zukunft, sind Teile der Welt, darunter Tokio, im Meer versunken. Als Salvager ist es Aufgabe der titelgebenden Heldin Aika, Hinterlassenschaften der untergegangenen Zivilisation zu bergen. Dabei erlebt sie gefährliche Abenteuer. In den sieben Episoden der ersten OVA, trifft Aika gemeinsam mit ihrer Freundin Rion und weiteren Kameraden auf die Delmos-Organsation unter Leitung der Geschwister Nena und Rudolf Hagen. Aika R-16: Virgin Mission erzählt von Aikas erstem Abenteuer als 16-jährige Schülerin, das sie gemeinsam mit Eri und Karen erlebt. In Aika Zero begibt sich die 19-jährige Aika drei Jahre später gemeinsam mit ihren Freundinnen auf die Spur verschwundener Schülerinnen an einer mysteriösen Oberschule.

Agenten-Ecchi

Grob betrachtet lässt sich die Aika-OVA-Reihe mit wenigen Worten zusammenfassen: Panty Shots, Nacktszenen, Action und anspruchslose Geschichten mit simplen Charakteren. Das fällt bereits in der ersten Episode von 1997 auf. Blicke unter die Röcke der zahlreichen weiblichen Figuren werden inflationär eingesetzt. Jeder noch so unsinnige Grund, um ein Höschen zu zeigen, wird genutzt. Dass die Röcke der Frauen überaus kurz ausfallen, ist da nur noch eine Randnotiz. Doch auch sonst dominieren die Ecchi-Elemente deutlich. Nackte Brüste, Hintern oder andere Körperregionen dürfen ebenfalls immer wieder betrachtet werden. Da ist es natürlich praktisch, dass Rudolf Hagen für seine Delmos-Organisation ausschließlich junge, hübsche Frauen rekrutiert hat. Eine Geschichte erzählt die sieben Episoden in zwei Staffeln umfassende 90er-OVA trotzdem. Spannung kommt jedoch nur bedingt auf, was auch an fehlenden Erklärungen, Plotlücken und Logiklöchern liegt. Ganz ohne Unterhaltungswert ist Aika aber nicht. Dank ordentlicher Action samt etwas unsinniger Superkräfte, wird zumindest für etwas Abwechslung gesorgt. Am meisten profitiert die OVA aber von seichtem Humor und unfreiwillig lustigen Szenen. Nicht selten ist die Handlung so schwachsinnig und die Aktionen der Figuren so unbegreiflich, dass man einfach schmunzeln muss.

Etwas besser machen es die beiden Prequels Aika R-16: Virgin Mission und Aika Zero. Zwar bleibt der hohe Ecchi-Anteil noch immer erhalten und gerade bei Aika Zero wirken manche Szenen schon etwas fragwürdig, aber die Geschichten fallen interessanter aus. Zumindest grundsätzlich betrachtet. Schnell wird deutlich, dass beide OVAs unter der Begrenzung auf jeweils drei Episoden sowie der Treue zur Erotik leiden. So können die ordentlichen Ansätze leider nicht voll zur Geltung kommen. Das geht sogar soweit, dass Fragen offen bleiben. Schlimm ist das nicht, da die Prequels trotz allem lediglich oberflächlich bleiben und die Geschichten eher Rahmen für Aikas sexy Einsätze bieten.

Ansprechender

Eine weitere kleine Stärke von Aika R-16 und Aika Zero sind die Charaktere. Sowohl Aika als auch ihre beiden Mitstreiterinnen Eri und Karen fallen interessanter und sympathischer aus als die Figuren in der 1997er-OVA. Zwar sind die Titelheldin, Rion und weitere Charaktere dort ebenfalls in Ordnung und können ihre Rollen gut ausfüllen. In den Prequels gelingt es, trotz aller Stereotypen und Klischees, so etwas wie eine Bindung zu den Figuren aufzubauen. Wirklich tiefgründige Charaktere sollten jedoch genauso wenig erwartet werden wie eine anspruchsvolle Geschichte. Dennoch können Aika R-16 und Aika Zero zumindest kurzweilig unterhalten.

Optisch fällt der Unterschied zwischen Aika und den Nachfolgern Aika R-16 und Aika Zero natürlich groß aus. Dabei kann sich die OVA von 1997 für ihr Alter durchaus sehen lassen. Liegen die sieben Episoden bei den Animationen im ordentlichen Durchschnitt der späten 90er-Jahre, fallen die Charakterdesigns recht hübsch aus. Trotzdem sollte klar sein, dass die technische Umsetzung aus heutiger Sicht nicht fehlerfrei ist. Etwas anders ist das bei den Prequel-OVAs, die im Gegensatz zu Aika im Breitbild-Format vorliegen und in Sachen Animationen und Charakterdesign erkennbar moderner sind. In wie weit das den Unterhaltungswert beeinflusst, ist ganz individuell. Genauso wie die Original-OVA sind Aika R-16 und Aika Zero im ordentlichen Durchschnitt ihrer Zeit anzusiedeln, erlauben sich aber keine größeren Schwächen. Anders ist das jedoch bei der deutschen Synchronisation. Besonders Aika ist das hohe Alter hierbei deutlich anzumerken, doch auch Aika R-16 ist nicht perfekt, kann aber insgesamt überzeugen. Bei Aika Zero gibt es keine deutsche Vertonung weshalb die drei Episoden lediglich im japanischen Originalton mit deutschen Untertiteln auf der DVD zu finden sind.

Fazit

Durch die Fernseh-Ausstrahlung, wurde Aika unter dem Titel Agent Aika in Deutschland bekannt. Hochwertige Qualität bieten aber weder die Original-OVA von 1997 noch die Prequel-Nachfolger. Tatsächlich hatte ich den großen Ecchi-Anteil mit massig Panty Shots nicht so hoch in Erinnerung, obwohl die Reihe dafür bekannt ist. Ähnlich ging es mir bei der schwachen, teilweise unfreiwillig lustigen Geschichte, die besonders bei Aika einige Plotlöcher und Logiklücken offenbart. Etwas Spaß hatte ich mit den OVAs dennoch. So unsinnig mancher Aspekt wirkt, letztlich ist Aika gut dafür geeignet, einfach mal das Hirn auszuschalten und sich mit netter Agenten-Action-Comedy berieseln zu lassen. Zwar gibt es hierfür bessere Alternativen, doch auch schlechtere. Das gilt gerade für Aika R-16 und Aika Zero, die sowohl storytechnisch, als auch bei den Figuren deutlich mehr überzeugen können als die Original-OVA, die jedoch den Altersbonus erhält. Wirklich eine Empfehlung auszusprechen, ist jedoch schwer. Ecchi-Fans mit Hang zu Panty-Shots können einen Blick wagen.

Kurzfazit: Höschenblitzer, kurze Röcke, nackte Haut verpackt in eine simple Geschichte mit ebenso einfachen Charakteren. Dank seichtem Humor und kleinem Sympathiefaktor, trotzdem kurzweilig unterhaltsam.

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von AIKa Collector’s Edition!

Details
Titel: AIKa Colllector’s Edition
Originaltitel: AIKa, AIKa R-16: Virgin Mission, AIKa Zero
Genre: Ecchi, Action, Comedy, Science-Fiction
Regie: Katsuhiko Nishijima
Studio: Fantasia
Produktionsjahr: 1998/99
Laufzeit: ca. 370 Minuten
Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Japanisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
Extras: Bonus-Episode, Poster, Sticker
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 16
Erscheinungstermin: 29. Juni 2018
Herstellerseite: AIKa Collector’s Edition bei Nipponart

© STUDIO FANTASIA, BANDAI VISUAL

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