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Jun 25 2018

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Rezension: Nagi no Asukara – Vol. 3 (Blu-ray)

Eine große Tragödie bringt in Nagi no Asukara Volume 3 starke Veränderungen für Hikari und die anderen.

Endlich ist es geschafft. Die Schiffsparade und damit Akari und Itarus Hochzeit steht kurz bevor. Allerdings soll auch der Winterschlaf der Meeresmenschen an genau jenem Tag beginnen. Trotzdem beschließen Hikari, Manaka, Chisaki und Kaname, die sich gegen die Abwendung von den Landmenschen entschieden haben, an dem von ihnen maßgeblich mitorganisierten Fest teilzunehmen. Als es bei der Schiffsparade schließlich zu einer großen Tragödie kommt, hat diese schwerwiegende Folgen für die Freunde. Fünf Jahre vergehe, bis ein Wiedersehen möglich ist. Doch in dieser Zeit hat sich einiges verändert – oder ist alles so geblieben wie es war?

Überraschend konsequent

Mit 26 Episoden umfasst Nagi no Asukara zwei Anime-Seasons. Wie so oft ist der Schnitt nach der Hälfte erkennbar, allerdings nicht nur an Hand von Intro und Outro, sondern auch inhaltlich. Durch die Veröffentlichungsentscheidung bei KSM Anime ist es deshalb unmöglich, Spoiler gänzlich zu vermeiden. Volume drei beginnt mit dem Abschluss des begonnenen Handlungsstrangs. Hikari, Manaka, Chisaki und Kaname nehmen an der Schiffsparade teil und stellen sich gegen den Winterschlaf. Hier zeigt die Serie noch einmal einige der größten bisherigen Stärken und konzentriert sich anfangs auf den Alltag der Figuren, bevor wieder die Liebeswirren in den Vordergrund rücken. Zu dramatisch oder kitschig wird es dabei aber nicht. Viel mehr gelingt es, die tiefe Bindung der Charaktere, ihre Gefühle und natürlich insbesondere die empfundene Liebe sehr gut darzustellen. Dadurch wird das Verständnis deutlich verstärkt. Das gilt nicht nur für die vier Freunde, sondern auch für alle anderen wichtigen Figuren.

Zudem schafft es Nagi no Asukara Volume 3 in der gesamten Zeit auf gefühlvolle Weise zu bewegen und mitzureißen. Mal lädt das zum Lachen oder Schmunzeln ein, mal entsteht ein Kloß im Hals. Statt mit platten Mitteln, gelingt das meist durch einfache Situationen, Gedanken oder Dialoge, die nicht selten von wunderschönen Bildern perfekt unterstützt und ergänzt werden. Da stört es dann auch nicht, dass die Geschichte eine dramatische Wende samt Zeitsprung nimmt. Im Gegenteil. Die Episoden zwölf und dreizehn schaffen es mit der Schiffsparade und den unterwarteten Entwicklungen nicht nur Spannung, sondern echte Gefühle zu erzeugen. Unweigerlich habe ich mit den Charakteren mitgefühlt. Zwar habe ich anschließend geahnt in welche Richtung sich die Geschichte weiterbewegt, doch diese minimale Vorhersehbarkeit von einer zur nächsten Episode ist kaum der Rede wert. Viel wichtiger ist, dass Nagi no Asukara von dem Zeitsprung maßgeblich profitiert.

Gerade durch den nicht zu verachtenden Unterschied von fünf Jahren, hat sich einiges verändert. Hier ist interessant zu beobachten, wie sich manche Figuren, wie etwa Miuna, die eine noch größere Rolle einnimmt, verändert haben. Dem gegenüber bilden jene Meeresmenschen, die in dem Winterschlaf waren, einen bedeutenden Kontrast, da für sie keine Zeit vergangen ist. Das trifft in den Episoden vierzehn bis sechzehn zwar nur auf einen Charakter zu, dieser aber ist das beste Mittel, um die Auswirkungen zu zeigen. Sowohl bezüglich der älter gewordenen Menschen aus seinem Umfeld, als auch durch die sich veränderte Stadt und Umwelt. Dafür verwendet Nagi no Asukara sogar das Klima, das vom Sommer zum Winter wechselt und somit einen erkennbaren Unterschied in den Hintergründen und Landschaften zeigt. Ein kluger Kniff, der den Wandel der Zeit noch deutlicher erkennen lässt. Gemeinsam mit dem hervorragenden Musik-Sound-Spiel und den Bildern entsteht so eine mitreißende, fesselnde Atmosphäre, die der Slice-of-Life-/Coming-of-Age-Romantik-Geschichte spürbar zu Gute kommt.

Fazit

Mit jedem Volume von Nagi no Asukara, gefällt mir die Serie besser. Nach dem aus meiner Sicht etwas schwächelnden Auftakt, konnte mich bereits Volume 2 deutlich mehr überzeugen. Die Episoden zwölf bis sechzehn haben es endgültig geschafft mich mitzureißen. Bereits zuvor war ich gespannt wie Hikari, Manaka, Chisaki und Kaname letztlich mit dem Winterschlaf umgehen, ob die Schiffsparade glückt und wer in seiner Liebe zueinander findet. Gerade letzteres hat den anfänglichen Dramafaktor verloren und fügt sich sehr gut in die Serie ein, gehört sogar zu den klaren Stärken. Zu verdanken ist das den Charakteren, mit denen ich jederzeit mit fiebere. Dazu kommt, dass mich Nagi no Asukara tatsächlich überrascht hat. Die Tragödie am Ende der dreizehnten Episode habe ich genauso wenig wie den Zeitsprung erwartet. Auf diese Weise werden die Voraussetzungen verändert und Charaktere machen Entwicklungen mit, die so nicht zu erwarten waren. Längst nutzt Nagi no Asukara das Potenzial, das sich bereits seit Beginn zeigt. Dass es der Serie dabei gelingt die verschiedensten Gefühle zu wecken, ist wenig überraschend. Einziges Manko an Volume 3 ist die sich nun bietende Wartezeit bis die Geschichte im August endlich fortgesetzt wird.

Kurzfazit: Gefühlvoll, bewegend und mitreißend setzt Nagi no Asukara Volume 3 die Coming-of-Age-Romantik-Geschichte mit einer überraschenden Wendung, konsequenten Entwicklungen auf fesselnde Weise fort.

Vielen Dank an KSM Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Nagi no Asukara – Vol. 3!

Details
Titel: Nagi no Asukara – Vol. 3
Originaltitel: Nagi no asukara
Genre: Romantik, Drama
Regie: Toshiya Shinohara
Studio: P.A. Works
Produktionsjahr: 2013
Laufzeit: ca. 118 Minuten
Sprachen: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Japanisch (DTS-HD MA 2.0)
Untertitel: Deutsch
Extras: Opening- und Endingsong, Promotional Videos, Trailer, Bildergalerie
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 6
Erscheinungstermin: 21. Juni 2018
Herstellerseite: Nagi no Asukara – Vol. 3 bei KSM Anime

© P.A. Works / KSM Anime

Lesetipp: Rezension von Nagi no Asukara – Vol. 2 (Blu-ray)
Lesetipp: Rezension von Nagi no Asukara – Vol. 1 (Blu-ray)

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