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Nov 17 2017

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Rezension: Nights of Azure 2: Bride of the New Moon (Switch)

In Nights of Azure 2: Bride of the New Moon steht die Rettung von Welt und Kindheitsfreundin in einem Hack-&-Slay-JRPG an.

Gut eineinhalb Jahre nach Nights of Azure setzen Entwickler Gust und Publisher Koei Tecmo das japanische Action-Rollenspiel fort. Neben PlayStation 4 und PC erscheint Nights of Azure 2: Bride of the New Moon erstmals auch für Nintendos Switch. Bereits der Vorgänger stellte mit Arnice und Lilysee zwei Kindheitsfreundinnen in den Mittelpunkt. Im zweiten Teil dreht sich die Geschichte nun um drei enge Freundinnen. Als heilige Ritterin Aluche erhaltet ihr von der Kirche den Auftrag die Priesterin Liliana zu beschützen. Diese soll auf Anweisung der Kirche geopfert werden, um die Macht der Mondkönigin, einer starken Dämonin die plant die Welt in ewige Finsternis zu hüllen, zu bannen. Zusammen mit der Ordensritterin Ruenheid, die sich bereits von der Kurie abgewandt hat, ist es nun an Aluche die gemeinsame Kindheitsfreundin Liliana vor diesem Schicksal zu bewahren. Zur Seite steht euch dabei eine Riege weiterer Mitstreiterinnen.

Kämpfen unter Zeitdruck

Wie schon im ersten Teil dient das Hotel Eterna als Hauptquartier für die Erkundungstouren in die sechs Gebiete. Hier erhaltet ihr Quests, könnt mit den anderen Charakteren sprechen, einkaufen, Aluche verbessern, die Dämonenbegleiter aufwerten, speicher oder den Pool besuchen und etwa knappe Badekleidung anziehen. Vom Hotel aus begebt ihr euch in die sechs Gebiete, in denen Haupt- und Nebenquests erfüllt und Feinde bekämpft werden, um in der Geschichte fortzuschreiten. Dabei gilt es zu beachten, dass für die Erkundungen nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung steht. Anfangs ist es deshalb lediglich ein paar Minuten möglich in den Arealen zu verweilen, bevor Aluche aus Kräftemangel aufgrund ihres neuen Halb-Dämonen-Körpers zurück ins Eterna muss. Level-Aufstiege und Skills verlängern die zur Verfügung stehende Zeit. Allerdings gilt es auch, auf den Stand des Mondes zu achten. Dieser gibt die verbleibende Zeit bis zur ewigen Nacht an. Mit jedem Tag der verstreicht – das geschieht erst, wenn ihr euch schlafen legt – rückt das Ende näher. Damit steht nur eine begrenzte Anzahl an Tagen für die Absolvierung eines Kapitels zur Verfügung. Es gilt also, das Vorgehen und die Exkursionen gut zu planen, um keine unnötige Zeit zu verschwenden. Gerade im späteren Spielverlauf bleibt der Stress bei Nebenmissionen jedoch aus.

Obwohl das Aufgabendesign auf bekannte Standardquests setzt, fällt das nicht negativ auf. Viel mehr bieten die Haupt- und Nebenmissionen genau die richtige Abwechslung, um neben der interessanten Geschichte mit den sympathischen Figuren für zusätzliche Motivation zu sorgen. Auch deshalb stört es nur bedingt, dass es Nights of Azure 2 ein wenig an Abwechslung fehlt. Immer wieder heißt es, bereits bekannte Gebiete zur Erfüllung der Quests zu durchstreifen. Etwas Abwechslung bringen versteckte Schätze, nicht sofort zugängliche Abschnitte und einfache Rätsel.

Das Kampfsystem erinnert deutlich an die Warriors-Spiele von Omega Force und Koei Tecmo. In bester Hack-&-Slay-Manier werden leichte und starke Angriffe aneinandergereiht, um sich so durch die Gegnergruppen zu schnetzeln. Neu im Vergleich zum ersten Teil ist die menschliche Begleiterin, die neben den beiden Dämonen an Aluches Seite kämpft. Jede eurer Mitstreiterinnen bringt eigene Fähigkeiten und einen individuelle Kampfstil mit, wodurch etwas Abwechslung in die Gefechte kommt. Selbst spielen dürft ihr eure Begleiterinnen nicht. Stattdessen dienen einfache Befehle dazu, die Kampfausrichtung zu bestimmen. Außerdem gilt es, Skills und mächtige Spezialfähigkeiten manuell auszulösen, sofern die Leisten durch gemeinsame Aktionen genügend gefüllt wurden. Durch rudimentäre Unterstützungszauber könnt ihr zusätzlich Kampfkraft oder Verteidigung erhöhen. Leider fällt der Schwierigkeitsgrad insgesamt eher niedrig aus, so dass häufig einfaches Tastengehämmer zum Erfolg führt. Auch die eigentlich als Highlight vermuteten Boss-Kämpfe versprechen keine Besserung, da diese abgesehen von wenigen Ausnahmen eher mau ausfallen.

Aufwertung & Freundschaft

Statt Erfahrungspunkten sammelt Aluche in Kämpfen blaues Blut, das im Forschungslabor des Hotels dazu genutzt wird, um sie aufzuleveln. Dadurch erhaltene Ability-Punkte können in drei einfache Fähigkeitenbäume investiert werden. Zudem dürfen die dämonischen Freunde verbessert, hochgestuft und schließlich reinkarniert werden, um sie in noch höher Sphären zu bringen. Unsere menschlichen Mitstreiterinnen steigen durch klassische Erfahrungspunkte am Ende eines Erkundungsausflugs auf. Ebenfalls wichtig ist auch die Beziehung zwischen Aluche und den anderen Charakteren. Durch gemeinsames Kämpfen und spezielle Quests kann die Bindung verbessert werden. Das führt schließlich zu einer Verbesserung sowie neuen Attributen und Fähigkeiten. Außerdem werden Gespräche und kurze Sequenzen geboten und die zwischenmenschliche Beziehung festigt sich deutlich.

Auf der technischen Seite schafft es Nights of Azure 2 leider nicht über Standardkost hinaus. Sind die Anime-Charaktermodelle noch schick gestaltet, zeichnen sich die zwar oft recht ansehnlichen Umgebungen durch leere, matschige Texturen, Schwächen in der Kantenglättung und Pop-ups aus. Zudem hat das Rollenspiel – besonders im Handheld-Modus – mit gelegentlichen Bildrateneinbrüchen zu kämpfen. Beeinträchtigend ist das glücklicherweise zu keinem Zeitpunkt, so dass der Spielspaß nur bedingt leidet. Überzeugen konnte mich Nights of Azure 2 dafür beim wunderschönen Soundtrack. Bei der Lokalisierung werden lediglich englische Texte und japanische Sprachausgabe geboten. Ob euch das stört, müsst ihr selbst entscheiden, zumindest deutsche Untertitel wären aber schön gewesen.

Fazit

Trotz der vorhandenen und nicht zu verleugnenden Schwächen, hat mir Nights of Azure 2: Bride of the New Moon wirklich Spaß gemacht. Das interessante Setting, die spannende Geschichte und sympathischen Charaktere gehen Hand in Hand mit motivierenden Gameplay-Mechaniken. Besonders das actionbetonte Kampfsystem und die sich verbessernde Bindung zwischen den Figuren haben mir gefallen und dazu beigetragen, dass ich auch die Nebenquests gerne absolviert habe. Dass einige Aufgaben dabei eher standardmäßig ausfallen und gerade technische Probleme vorhanden sind, hat den Spielspaß für mich nicht beeinträchtigt. Dafür habe ich Aluche, Liliana, Ruenheid und die anderen zu gerne bei ihrem Kampf gegen das Ende der Welt begleitet. Neu mögen viele Elemente – auch inhaltlich gesehen – nicht sein, aber das Gesamtwerk konnte mich überzeugen. Bedenkenlos empfehlen kann ich das Rollenspiel trotzdem nicht. Dafür ist Nights of Azure 2 zu speziell und dürfte gerade wegen der Behäbigkeit in Inszenierung und Umsetzung, aufgrund mangelnder Abwechslung und der technischen Schwächen nicht jedem gefallen. Wer darüber hinwegsehen kann oder bereits andere Gust-Werke gerne gespielt hat, sollte aber in jedem Fall einen Blick wagen. Alternativ auch auf PS4 oder PC.

Kurzfazit: Nights of Azure 2 schafft es, sofern man über die Mängel hinwegsehen kann und sich auf Geschichte, Kampfsystem und Charaktere einlässt, zu motivieren und Spielspaß zu entfalten.

Details
Titel: Nights of Azure 2: Bride of the New Moon
Genre: Action-Rollenspiel
Publisher: Koei Tecmo
Entwickler: Gust
Spieler: 1
Syteme: Switch (getestet), Playstation 4, PC
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungsdatum: 27. Oktober 2017

Bilder Copyright Koei Tecmo
Anmerkung: Die Bilder in diesem Artikel zeigen zum Teil die PS4-Version bzw. japanische Sprachfassung.

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