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Sep 10 2017

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Rezension: Warhammer 40.000 – Band 1: Mit eisernem Willen (Comic)

Nach längerer Abstinenz kehrt Panini zum Warhammer-40.000-Universum zurück und startet mit dem Sammelband Warhammer 40.000 Band 1: Mit eisernem Willen eine neue Comic-Reihe.

Zahntausend Jahre war Calaphrax-Cluster unzugänglich. Tosende Warpstürme haben in der Region gewütet und die Geheimnisse der Vergangenheit vor allen #ußeren Einflüssen bewahrt. Nun legt sich der Schleier, die Warpstürme flauen ab und ein neuer Abschnitt des Weltalls steht offen. Sofort greifen verschiedene Mächte nach den dort ruhenden Mysterien. Der Space-Marine-Orden der Gefallenen Engel entsendet einen Stoßtrupp, um sich des Planeten Exyrion, der einst Schauplatz eines schrecklichen Bruderkrieges der Space Marines war, zu bemächtigen. Doch auch die Eisernen, Anhänger des Chaos, wollen die Geheimnisse der Vergangenheit für sich. Derweil begibt sich auch die Inquisitorin Sabbathiel darauf, zu ergründen, was einst im Calaphrax-Cluster und auf Exyrion geschehen ist.

Düstere Science-Fiction

Schon vor einigen Jahren veröffentlichte Panini Comics zu den Tabletops von Games Workshop. Mit Warhammer 40.000 Band 1: Mit eisernem Willen hat die Durststrecke für Anhänger des düsteren Science-Fiction-Universums nun ein Ende. Die im Original bei Titans-Comic erschienene Reihe wurde von George Mann geschrieben und von Tazio Bettin packend und atmosphärisch in Szene gesetzt. Die Geschichte beginnt trotz der enthaltenen Nummer 0 der insgesamt fünf Hefte umfassenden Reihe, relativ zügig und verzichtet auf größere Erklärungen rund um das Warhammer-40.000-Universum. Wer sind die Space Marines? Wer die Eisernen? Was hat es mit der Inquisitorin auf sich? Derlei Informationen werden nur wenige gestreut und sind dann meist Bestandteil der erzählten Geschichte, statt allgemeiner gehalten zu sein. Vorwissen ist also sinnvoll und hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Auch ohne Kenntnisse, kann die Geschichte jeden Fan dystopischer, düsterer Science-Fiction an den Comic fesseln.

An sich wird relativ standardmäßige US-Comic-Kost geboten. Die Geschichte ist einfach erzählt, bietet aber den nötigen Tiefgang und wird auch dank der recht großen Riege an Figuren abwechslungsreich erzählt. Dazu gesellt sich der erwartungsgemäß hohe Anteil an brutalen Kämpfen, bei denen weder mit Blut noch drastischen Todesarten gegeizt wird. Aufgrund der exzellent eingefangenen Figuren, entsteht dabei zu jederzeit das nötige Warhammer-40.000-Feeling, das bereits vorherige Comics zum Tabletop vermitteln konnten. Dennoch überzeugt der Sammelband nicht gänzlich. Einige Dialoge wirken plump und auch die Darstellung der Charaktere entspricht Stereotypen. Das liegt natürlich auch an der Vorlage. Schließlich erwartet man von einem Space Marine nun einmal ein gewisses Verhalten. Trotzdem wäre etwas mehr Persönlichkeit wünschenswert gewesen. Spätestens nach der Hälfte wird deutlich, dass die Handlung kein Ende finden wird. Stattdessen lässt Warhammer 40.000 Band 1: Mit eisernem Willen den Leser mit einem Cliffhanger zurück, der in der im kommenden zweiten Warhammer-40.000-Band aufgegriffen wird. Dadurch, dass die Geschichte scheinbar über einen längeren Zeitraum angelegt ist, könnten einige Figuren noch Entwicklung zeigen. Das Potenzial ist vorhanden.

Wie bereits erwähnt, ist die Geschichte zeichnerisch gut umgesetzt worden. Die Bilder von Tazio Bettin vermitteln genau die richtige Atmosphäre, während das Design der Figuren entsprechend der Vorlage umgesetzt ist. Auch versteht es Bettin, das düstere Science-Fiction-Universum mit gekonnten Hintergründen umzusetzen und so gelungene Schauplätze zu liefern. Maßgeblich zur Wirkung der Zeichnungen trägt Enrica Eren Angiolini, die für die Kolorierung der Bilder verantwortlich war, bei.

Fazit

Endlich wieder ein Warhammer-40.000-Comic. Viel zu lange gab es keine neuen Geschichten aus dem düsteren Tabletop-Universum in Deutschland. Um so begieriger habe ich den ersten Sammelband gelesen. Dass erneut Space Marines die Hauptrolle übernehmen, mag etwas einfallslos wirken, ist aber aufgrund ihrer Beliebtheit und des Status als Menschen durchaus nachvollziehbar. Ähnliches gilt für die Eisernen, die als Diener des Chaos genau richtig die Funktion als Gegenspieler einnehmen. Etwas bedauerlich ist, dass die Geschichte ein wenig zu schnell voranschreitet und kaum Charakterdarstellung außerhalb der zu erwartenden Rollen betrieben wird. Hoffentlich wird hier im kommenden zweiten Band etwas mehr Tiefang geboten. Ansonsten versteht es Warhammer 40.000 Band 1: Mit eisernem Willen aber dank der düsteren Atmosphäre an den Comic zu fesseln und kurzweilige Science-Fiction-Unterhaltung zu bieten.

Kurzfazit: Atmosphärisch packend, zeigt Warhammer 40.000 Band 1: Mit eisernem Willen Mängel bei der Charakterdarstellung und Erzählstruktur, bietet aber trotzdem gute Science-Fiction-Unterhaltung der düsteren Art.

Vielen Dank an Panini für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Warhammer 40.000 – Band 1: Mit eisernem Willen!

Details
Titel: Warhammer 40.000 – Band 1: Mit eisernem Willen
Genre: Science-Fiction
Verlag: Panini
Autor: George Mann
Zeichner: Tazio Bettin
Seiten: 116
Preis: 16,99 €
Verlagsseite: Warhammer 40.000 – Band 1: Mit eisernem Willen bei Panini Comics
Erscheinungsdatum: 29. August 2017

Bilder Copyright Panini / Titan Comics / Games Workshop

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