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Mai 18 2017

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Rezension: Seraph of the End: Vampire Reign – Band 5 (Manga)

Atmosphärisch und mit starkem Fokus auf die Charaktere wird die Geschichte um Yuichiro und seine Kameraden in Seraph of the End Band 5 fortgesetzt.

Mikael lebt. Allein dieses Wissen treibt Yuichiro nach der gewonnenen Schlacht gegen die Vampire an. Unaufhörlich sucht er nach einem Weg, um seinen Ziehbruder zu retten und wieder in einen Menschen zu verwandeln. Auch dadurch erregt er die Aufmerksamkeit der mächtigen Hiragi-Familie, die an der Spitze der Kaiserlichen Dämonen-Armee Japans steht. Mit dem Vorwurf konfrontiert, ein Spion der Vampire zu sein, muss Yuichiro seine Unschuld beweisen. Dabei ist nicht nur er selbst in Gefahr, sondern auch seine Kameraden. Denn die Hiragis schrecken nicht einmal davor zurück Yoichi und Kimizuki zu foltern, um die gewünschten Antworten von Yuichiro zu erhalten. Doch sind das die einzigen Beweggründe der Armeeführer? Oder verfolgen sie noch andere Ziele? Außerdem muss Yuichiro so schnell wie möglich lernen, seine Dämonen-Waffe vollständig zu beherrschen. Nur wenn er ihre volle Kraft nutzen kann, hat er eine Chance Mikael, zu befreien. Das Training ist jedoch nicht ohne Tücken und birgt ungeahnte Gefahren.

Vermeintliche Ruhe

Nach der großen Schlacht gegen die Vampire scheint für Yuichiro, Shinoa, Mitsuba, Yoichi und Kimizuki erst einmal Ruhe eingekehrt zu sein. Dieses Gefühl zu vermitteln, gelingt dem Team hinter Seraph of the End zu Beginn des fünften Bandes hervorragend. Yu versucht einen Weg zu finden, Mikael wieder in einen Menschen zu verwandeln und somit zu retten. Zusätzliche Alltagsatmosphäre und etwas Humor bringt der Dialog mit Shinoa, der trotz gewisser ernster Thematiken, die Entspanntheit der beiden gut vermittelt. Allerdings schafft es Seraph of the End Band 5 genauso gut dieses täuschende Gefühl der ruhigen Sicherheit langsam in eine unterschwellige, drückende Bedrohung zu verwandeln, als Yu zur Armeeführung gerufen wird. Auch hier setzt der Manga auf Unterhaltungen zwischen dem Protagonisten mit seinen Kameraden Shinoa und Mitsuba sowie seinem Vorgesetzten Oberleutnant Guren Ichinose.

Diese Wandlung der Atmosphäre ist eine der größten Stärken des fünften Bandes und dominiert gemeinsam mit der erstmals ausführlicher vorgestellten Hiragi-Familie in Person von General-Leutnant Kureto Hiragi die erste Hälfte des Mangas. Es wird deutlich, dass die Menschenwelt keineswegs sicher und perfekt ist. Nur wenige haben die Macht inne und die Möglichkeit aufzusteigen. So reicht schon die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Familie, um eine Beförderung zu erhalten – selbst dann, wenn die eigenen Taten im Einsatz das nicht rechtfertigen. Doch auch die Grausamkeit und intrigante Vorgehensweise im Machtkampf der Militärführung wird durch einen simplen Kniff verdeutlicht. Noch bleibt Seraph of the End hier weitgehend undeutlich, legt aber mit der Folterung von Yoichi und Kimizuki sowie angedeutete Konflikte erste Grundsteine, die auf tiefgreifende Entwicklungen hoffen lassen. Einmal mehr beweist der Manga von Takaya Kagami, Yamato Yamamoto und Daisuke Furuya, dass unter der Endzeit-Action-Hülle noch schwer zu erahnendes Potenzial liegt.

Zusätzlich zeigt Band fünf wie gut Seraph of the End auch ohne größere Konflikte, Action und direkte Konfrontationen funktioniert. Zwar wird auf kurze Auseinandersetzungen und den Einsatz der mächtigen Waffen und Fähigkeiten verzichtet, doch bleiben diese Szenen eher kurz. Außerdem dienen sie entweder dazu eine Figur genauer vorzustellen oder die Möglichkeiten, die den Mitgliedern der Mond-Dämonen-Einheit zur Verfügung stehen, aufzuzeigen. Die zweite Hälfte des Mangas dreht sich schließlich stark um die Bindung der Hauptfiguren und deren Entwicklung. Hierbei nehmen Shinoa und Guren und ein Teil ihrer beider Vergangenheit eine überraschend zentrale Rolle ein. Erneut nutzt das Team hinter Seraph of the End den erst als Zwischenspiel betrachteten fünften Band, um wichtige Weichen bei der Geschichte zu legen und somit Potenzial für die Zukunft zu schaffen und gleichzeitig Neugier zu wecken. Dass auch Yuichiro noch eine scheinbar wichtige Entwicklung mitmacht, rundet das positive Bild von Seraph of the End Band 5 ab.

Fazit

Obwohl ich die Anime-Umsetzung kenne, hat mich Seraph of the End Band 5 ein wenig überrascht. Aufgrund des Umfangs und Handlungsabschnitts, befürchtete ich einen Übergangsmanga, der lediglich dazu dient, die Geschichte bis zu den nächsten großen Ereignissen zu überbrücken. Dieser Aspekt ist zwar auch gegeben, doch der dialog- und charakterlastige Band versteht es zu überzeugen. Die Handlung wird wesentlich ruhiger als der actionreiche Vorgänger weitererzählt. Gerade hier verbirgt sich die Stärke. Autor Takaya Kagami nutzt die Gelegenheit um die Beziehungen der Hauptfiguren zu vertiefen, neue Charaktere einzuführen und Hintergrundinformationen zu streuen. Dadurch zeigt sich einmal mehr das verborgene Potenzial der Reihe und sorgt für unerwartete Neugier auf den Nachfolger. Dazu gesellen sich die gelungene und abwechslungsreiche Atmosphäre und die sinnvolle Charakterentwicklung. Hoffentlich nutzt Seraph of the End die sich aufzeigenden Möglichkeiten, um das Interesse an der Geschichte beizubehalten.

Kurzfazit: Gemeinsam sorgen die ruhige Handlung und gelungene Atmosphäre in Paarung mit dem guten Charaktereinsatz für einen rundum überzeugenden Manga, der sich gut in das Gesamtbild der Seraph-of-the-End-Reihe einfügt.

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Seraph of the End: Vampire Reign – Band 5!

Details
Titel: Seraph of the End: Vampire Reign – Band 5
Genre: Mystery, Action
Verlag: Kazé Manga
Autor; Takaya Kagami
Zeichnungen: Yamato Yamamoto
Storyboards: Daisuke Furuya
Seiten: 196
Preis: 6,95 €
ISBN: 978-2-88921-788-5
Verlagsseite: Seraph of the End: Vampire Reign – Band 5 bei Kazé Manga
Erscheinungsdatum: 01. Dezember 2016

Bilder Copyright Kazé Manga / Shueisha

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