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Mrz 19 2017

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Rezension: Dead Rising 4 (Xbox One)

Frank West ist zurück und schnetzelt jetzt auch in Deutschland in Dead Rising 4 massenhaft Zombies.

Bisher hatte es die Dead-Rising-Reihe in Deutschland nicht leicht. Die blutigen Zombie-Action-Spiele landeten regelmäßig auf dem Index. Ein ähnliches Schicksal wurde auch beim ursprünglich im Dezember 2016 erschienenen vierten Teil erwartet. Doch dann kündigte Microsoft überraschend die Veröffentlichung von Dead Rising 4 hierzulande für Xbox One und PC an. Mittlerweile können auch deutsche Spieler in der Rolle von Frank West, der zu seinem dritten Einsatz gegen die Zombiehorden antritt, schlüpfen und blutig die Untoten mit allerlei abgedrehten Waffen bekämpfen. Die Geschichte ist dabei relativ einfach. Durch seine Studentin Vick erfährt Frank von einer Geheimoperation in Willamette. Als erfahrener Journalist geht er eher unfreiwilig gemeinsam mit Vick der Sache auf den Grund. Das führt jedoch nur dazu, dass er entdeckt und als Krimineller gesucht wird. Vier Monate später wird er von der Anti-Zombieeinheit gebeten, bei einem Vorfall in Willamette zu helfen. So findet sich Frank erneut zwischen allerlei Untoten wieder, versucht Vick zu finden und der Ursache für die Ereignisse auf die Spur zu gehen.

Rückkehr eines „Helden“

Dead Rising bleibt sich auch beim vierten Teil treu. Das heißt, ihr solltet kein zu anspruchsvolles, tiefgründiges Spiel erwarten. Stattdessen steht das durchaus unterhaltsame, überaus blutige und nicht gerade zimperliche Bekämpfen der riesigen Zombiehorden im Mittelpunkt. Die um dieses Konzept gestrickte Geschichte ist lediglich ein Mittel zum Zweck, funktioniert als solches aber immerhin ordentlich. Zombievirenausbruch, geheime Militärforschungen, Regierungsverschwörung. Wirklich neu sind die Elemente nicht und wirklich spannend wird die Handlung zu keiner Zeit. Ein Grund dafür sind die blassen, klischeebehaftete Charaktere mit denen ihr es als Frank West im Laufe des Abenteuers zu tun bekommt. Immerhin passen sie zum allgemein sehr trashigen Eindruck von Dead Rising 4, so dass der Eindruck eines simplen B-Movies gegeben ist.

Dazu trägt auch der stets vorhandene Humor bei. Denn ernst nimmt sich das Action-Spiel zu keiner Zeit. Mit bissigen, sarkastischen und zynischen Bemerkungen kommentiert Frank West das Geschehen und sorgt so gelegentlich für kleine Schmunzler, aber auch Kopfschütteln. Immer zünden die banalen Sprüche nicht und manchmal wirken sie sogar peinlich. Zumindest zu einem gewissen Teil liegt das auch an der nur mittelmäßigen deutschen Synchronisation. So manche Macke verzeiht man Dead Rising 4 aber aufgrund des sympathischen Charmes, der vermittelt wird. Dazu gehört auch die konsequent durchgesetzte Weihnachtsthematik, die bei entsprechender Deko im Einkaufszentrum anfängt und über Waffen bis hin zur Musikuntermalung geht.

Klassische Fortsetzung

Allerdings zeigt sich Frank West nicht in Topform. Dead Rising 4 macht wenig anders als der direkte Vorgänger und wirkt dadurch so, als würde er auf der Stelle treten. Zombies schnetzeln, unzählige Sammelobjekte finden, Überlebende retten und kleinere Nebenaufträge erledigen. Das alles ist bekannt, füllt die offene Welt aber zumindest mit etwas Leben. Wirklichen Nutzen zieht das Spiel aus der freibegehbaren US-Kleinstadt Willamette allerdings nicht. Durch die Einteilung der Ereignisse in Kapitel und einigen Handlungsereignisse wird man immer wieder aus dem Geschehen gerissen und auch sonst sind es hauptsächlich die Massen an Zombies, die der Open World eine Berechtigung geben. Dafür eine durchaus lohnende. Denn das bekämpfen der Untoten macht noch immer auf perfide Weise Spaß. Anspruchsvoll ist der Spielablauf sicherlich nicht.

Überall finden sich Alltagsgegenstände oder Waffen, die gegen die Zombies zum Einsatz kommen. Mit Bauplänen lassen sich sogar verschiedene Gegenstände kombinieren, um neue Kampfinstrumente zu erschaffen. Franks Fingerfertigkeit lässt angesichts der kuriosesten Kombinationsmöglichkeiten sogar MacGyver vor Neid erblassen. Wirklich logisch ist das nicht immer. Das gilt auch für so manches Element von Geschichte und Spielwelt. Seit wann lassen sich beispielsweise Codefelder und Passwörter mit einem Kamerafilter hacken? Letztlich steht eben doch wieder nur die Suche nach Mitteln, um der Untotenmeute kreativ Herr zu werden im Mittelpunkt. Dieser simple Spaßfaktor sorgt allerdings auch dafür, dass angesichts mangelnder Abwechslung recht schnell Langeweile aufkommt. Dead Rising 4 ist zu einfach und anspruchslos, um wirklich lange zu motivieren. Für kurze Runden zwischendurch ist das Action-Spiel aber geeignet. Vorausgesetzt man schaltet dabei sein Hirn aus und gibt sich dem Geschehen ähnlich hin, wie die unfähige KI von Zombies und menschlichen Gegnern.

Nicht nur in spielerischer Hinsicht hat sich Dead Rising 4 nicht weiterentwickelt. Auch technisch tritt die Reihe auf der Stelle, so dass Franks Einsatz in Willamette alles andere als modern aussieht. Dennoch kann die Optik durch den Einsatz eher kräftiger Farben und kreativ-abgedrehter Designs bei Kostümen und Waffen zumindest ein wenig überzeugen. Getrübt wird das jedoch von einigen Clipping-Fehlern und Tearing. Gerne bleiben Zombies oder feindliche Soldaten auch mal in einer Mauer oder Treppe stecken oder laufen dümmlich gegen eine Absperrung. Die deutsche Synchronisation ist, wie bereits erwähnt, nur mittelmäßig und sorgt mit dafür, dass Franks Kommentar und Sprüche nur bedingt funktionieren. Ansonsten sind Sound und Musik gelungen. Besonders der an der Weihnachtsthematik festhaltende Soundtrack kann aus genau diesem Grund überzeugen.

Fazit

Hirn aus und metzeln. Das ist das beste, was man bei Dead Rising 4 machen kann. Und genau das ist auch der Grund, warum ich kurzweilig mit Frank Wests neuem Abenteuer meinen Spaß hatte. Es kann durchaus unterhaltsam sein mit den abgedrehten Waffen und diversen Alltagsgegenständen gegen zahlreiche Zombies anzutreten. Abgetrennte Körperteile und Flutwellen aus Blut, die Franks Kleidung innerhalb kürzester Zeit rot färben, inklusive. Allerdings liegt hier auch das größte Problem des Action-Spiels. Viel mehr als Zombieschnetzeln bietet Dead Rising 4 nicht. Die Geschichte ist zu banal, die Open World zu simpel und die Aufgaben zu standardmäßig, um wirklich lange vor den Fernseher zu fesseln. Immerhin bleiben die Entwickler dem Konzept treu, auch wenn dadurch relativ schnell Langeweile aufkommt. Anzurechnen ist dem Spiel aber, dass es sich selbst nicht ernst nimmt. Der Humor funktioniert zwar nur bedingt, trägt aber ein wenig zum Spielspaß bei. Mit etwas mehr Konzentration auf die Geschichte und die Charaktere hätte Dead Rising 4 durchaus Potenzial. So aber bleibt nur mehr vom bereits Bekannten. Für kurze, simple Unterhaltung ist das Action-Spiel aber definitiv geeignet.

Kurzfazit: Dead Rising 4 fokussiert sich auf das blutige Schnetzeln von massig Zombies und vernachlässigt dabei fast alles andere. Kurzzeitig unterhält das auf banale Weise, auf Dauer fehlt aber Abwechslung, so dass Langeweile aufkommt.

Vielen Dank an Microsoft für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dead Rising 4!

Details
Titel: Dead Rising 4
Genre: Action
Publisher: Microsoft
Entwickler: Capcom
Syteme: Xbox One (getestet), PC
Altersfreigabe: ab 18
Erscheinungsdatum: 31. Januar 2017

Bilder Copyright Microsoft

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