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Mrz 06 2017

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Rezension: Noragami – Vol. 1 & 2 (Blu-ray)

Kürzlich ist der Auftakt der zweiten Noragami-Staffel bei KSM Anime erschienen. Zuvor werfen wir einen Blick auf den 2015 veröffentlichten Vorgänger.

Yato ist ein Gott. Genauer gesagt ein ehemaliger Kriegsgott. Als solcher hat er es in modernen Zeiten schwer, da seine Dienste nicht mehr benötigt werden. Deshalb mangelt es ihm auch an Anhängern. Bedingt dadurch ist Yato nicht nur mittellos, sondern verarmt. Um seinen Plan, der bekannteste Gott Japans zu werden und einen eigenen Schrein zu erhalten, nimmt der stets in einen Jogginganzug gekleidete Yato für gerade einmal 5 Yen (etwa 4 Cent) jeden Auftrag an. Egal ob er eine entlaufene Katze suchen oder Schimmel in einem Badezimmer entfernen soll, ein Anruf genügt und Yato ist zur Stelle. Zur Kundenakquise hinterlässt er überall einen Werbespruch samt Handynummer. Einen besonderen Auftrag erhält er allerdings auf andere Weise. Obwohl dies eigentlich nicht möglich sein sollte, kann die Mittelschülerin Hiyori Iki Yato sehen und stößt ihn zur Seite, um ihn vor einem herannahenden Bus zu retten. Selbst von jenem erfasst, wird Hiyori zu einem lebenden Geist. Fortan verlässt ihre Seele regelmäßig ihren Körper und ist dann in großer Gefahr. Sollte die durch einen Schweif dargestellte Verbindungslinie zwischen Körper und Seele durchtrennt werden, stirbt Hiyori. Yato soll das in ihrem Auftrag wieder in Ordnung bringen, schließlich ist er verantwortlich dafür.

Von Götter und Shinki

Die von Studio Bones unter der Regie von Koutarou Tamura produzierte 12-teilige Anime-Serie Noragami basiert auf der gleichnamigen Manga-Reihe von Adachitoka. Für die TV-Umsetzung haben sich die Macher relativ nah an die Vorlage gehalten, nutzen aber auch die Freiheiten und Möglichkeiten des Mediums. So fehlt das erste Manga-Kapitel fast vollständig. Lediglich wenige einleitende Minuten sind hiervon noch verblieben. Schlecht ist diese Entscheidung nicht, da bereits in der Manga-Reihe der Lesefluss durch den Austausch von zwei Protagonisten zum zweiten Kapitel hin gestört wurde. So steigt die Anime-Serie direkt mit Yato, Hiyori und später Yukine ein und hält sich somit an die wesentlich relevanteren Figuren. Dennoch wird Yatos erste Shinki Tomone gut in die Geschichte eingeführt.

Bei Shinki handelt es sich um verstorbene Menschen, die noch nicht zu den in verschiedenen Formen auftretenden dämonenartigen Ayakashi geworden sind und den Göttern als Waffen dienen. Nach dem direkt zum Beginn der Serie vollzogenen Verlust von Tomone ist Yato deshalb in seinen Handlungen eingeschränkt. Das zeigt sich des öfteren in den Begegnungen mit Ayakashi und auch Hiyori, die nach anfänglicher Skepsis beginnt, ihre durch den Unfall entstandene Situation zu verstehen. Als lebender Geist und damit Mischwesen aus Mensch und Ayakashi, weckt sie das Interesse der Dämonen, weshalb sie dringend auf die Hilfe von Yato angewiesen ist. Dieser ist von der Aufgabe allerdings sichtlich überfordert und hat schon bald mit anderen Problemen zu kämpfen. Allgemein wird Hiyoris Situation zwar regelmäßig angesprochen und rückt niemals zu sehr in den Hintergrund, allerdings folgen die Handlungsstränge von Noragami anderen Ereignissen, in die Yato, Hiyori und der jugendliche Shinki Yukine hineingezogen werden.

Erwachsenwerden und Vergangenheit

Erlebt wird Noragami ein wenig aus der Sicht von Hiyori und damit aus der Zwischenwelt heraus. Gemeinsam mit ihr und auch Yukine, lernt der Zuschauer die Welt der Götter und Geister langsam kennen. Gleichzeitig tritt Yato als Protagonist auf und bringt eine zusätzliche Perspektive mit ein. Wie gut die Auswahl der Story-Elemente des Mangas für die Anime-Serie ausgefallen ist, wird auch dadurch immer wieder deutlich. Die Macher verstehen es die Ereignisse aufeinander folgen zu lassen, Figuren einzubauen und die wichtigen Charaktere gut vorzustellen. So bekommen es Yato, Hiyori und Yukine mit einigen weiteren Göttern und Shinki zu tun, die Yato natürlich alle bereits kennt. Für die Göttin Keifuku wurde in der Anime-Umsetzung sogar auf einen Spin-off-Manga zurückgegriffen. Wer die Vorlage nicht kennt, bemerkt das jedoch nicht, da alle Elemente von Noragami perfekt ineinander greifen und eine spannende, interessante, dramatische und amüsante Geschichte bilden.

Eine der größten stärken von Noragami sind die hervorragend geschriebenen Charaktere mit all ihren Eigenheiten. Das Ensemble mag nicht frei von stereotypischen Eigenschaften sein, doch diese fallen angesichts der hohen Individualität nicht wirklich auf. Es macht einfach Spaß Yato, Hiyori, Yukine und den anderen zuzusehen und mit ihnen zu lachen, zu leiden oder zu hoffen. Das sorgt auch dafür, dass einem die Geschehnisse nahe gehen und man in wenigen Szenen auch mal einen Kloß im Hals hat. Selbst das nervige und zum Aufregen verleitende Verhalten des jugendlichen Yukine ist nicht negativ auszulegen, da es zu seinem Charakter und Werdegang als neu erweckter Shinki passt. Dem schließt sich die sehr gute deutsche Synchronisation. Die Sprecher verstehen es das Tempo und die Umgangssprachlichkeit des Originals zu vermitteln. Lediglich bei der Aussprache mancher japanischer Begriffe ist ein wenig Einheitlichkeit zu vermissen.

Noragami überzeugt nicht nur bei Geschichte und Charakteren, auch optisch kann die Serie vollkommen überzeugen. Die flüssigen Animationen und kräftigen Farben kommen besonders bei den effekt- und actionreichen Kämpfen und den Charakter- und Monster-Designs perfekt zur Geltung. Das Geschehen findet zudem vor aufwändig gestalteten Hintergründen, die teilweise mit einem wunderschönen Farbenspiel überzeugen, statt. In der Blu-ray-Fassung profitiert die Optik von dem knackig scharfen 1080p-Bild. Ebenfalls gelungen ist der angenehm moderne Soundtrack, der perfekt zur Serie passt. Besonders das in Bild-Musik-Komposition herausrragende Intro hat mir dabei gefallen und wird durch das nicht minder gut umgesetzte Outro abgerundet. Auch die Ausstattung der Blu-ray kann sich sehen lassen. Die zwei Volumes der 12-teiligen Serie bieten als Boni neben Trailern, Videos und einer Bildergalerie auf der Disc, Kunststoff-Zierschubern und Booklets. Volume 1 liegt außerdem eine 5-Yen-Münze bei.

Fazit

Schon seit einiger Zeit wollte ich Noragami endlich nachholen. Bereits die Manga-Reihe hat aufgrund der Geschichte rund um den Gott Yato und der zum lebenden Geist werdenden Mittelschülerin Hiyori mein Interesse geweckt. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die erste Staffel von Noragami bietet eine perfekte Mischung aus Action und Comedy mit einer packenden Geschichte rund um Götter und Geister. Es ist den Machern gelungen die Ereignisse spannend zu halten und trotz mehrerer Handlungsbögen sinnvoll und gekonnt zu verknüpfen. Die sympathischen, individuellen Charaktere tragen zusätzlich zum Durchweg positiven Eindruck bei. Damit hat es die erste Noragami-Staffel nicht nur geschafft mich hervorragend zu unterhalten, sondern hat auch mein Interesse an der Fortsetzung Noragami Aragoto weiter angefacht.

Kurzfazit: Überaus unterhaltsamer Comedy-Action-Mix rund um Götter und Geister, der mit sympathischen Charakteren, einer spannenden Geschichte und guter Technik überzeugt.

Details
Titel: Noragami – Vol. 1 & 2
Genre: Action, Comedy, Fantasy
Regie: Koutarou Tamura
Studio: Studio Bones
Produktionsjahr: 2014
Laufzeit: ca. 146 Minuten
Sprachen: Deutsch (DTS-HD MA 5.1) , Japanisch (DTS-HD MA 2.0)
Untertitel: Deutsch
Extras: Opening- und Ending Songs (Textless), TV Spots und Promotion Videos, Trailer, Bildergalerie
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungstermin: 19. Oktober 2015
Herstellerseite: Noragami – Vol. 1 bei KSM Anime
Noragami – Vol. 2 bei KSM Anime

Bilder Copyright Studio Bones / KSM Anime

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