«

»

Jan 15 2017

Beitrag drucken

Rezension: A Silent Voice – Band 4 (Manga)

a-silent-voice-band-4-coverA Silent Voice Band 4 erzählt die schöne Coming-of-Age-Romance Geschichte weiter und wartet mit beklemmenden Ereignissen auf.

Das Wiedersehen mit alten Klassenkameraden aus der Grundschulzeit hat für Shoya und Shoko einige unerwartete Erlebnisse herbeigeführt. Während Sahara mittlerweile zu der kleinen Gruppe gehört, scheint sich Naoka Ueno nicht verändert zu haben und ist in erster Linie an Shoya interessiert. Dieser weiß wiederum nicht wie er mit der wiedergetroffenen Kindheitsfreundin umgehen soll. Doch auch die Freundschaft zu Shoko bereitet Shoya noch Probleme, da er unsicher ist, wie genau ihre Beziehung zueinander aussieht. Der Versuch des tauben Mädchens Shoya ihre Gefühle mitzuteilen scheitert, da er sie nicht versteht. Unsicher wie sie ihm gegenübertreten soll, meidet Shoko Shoya bis ein Ausflug in einen Vergnügungspark ansteht. Außer Sahara, Yuzuru und Nagatsuka begleiten ausgerechnet auch Ueno, Miki Kawai und Shoyas Klassenkamerad Mashiba die beiden. Besonders Shoya empfindet deshalb Anspannung und eine Eskalation der Situation scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Später ereilt Shoko und Yuzuru auch noch ein unerwartetes Ereignis innerhalb ihrer Familie.

Versuche

A Silent Voice Band 4 setzt direkt an das Ende des Vorgängers an. Shokos Versuch Shoya ihre Gefühle zu gestehen ist an ihrer Aussprache gescheitert und vorerst vermeidet sie es ihm zu begegnen. Allerdings sorgt eine Vereinbarung zwischen Yuzuru und Nagatsuka dafür, dass ein gemeinsamer Ausflug der kleinen Gruppe ansteht. Durch Shoyas Klassenkamerad Mashiba, der unbedingt mit ihm befreundet sein möchte, schließen sich auch Miki Kawai und Naoka Ueno, zwei Mädchen die mit Shoya und Shoko zur Grundschule gegangen sind, an. Schon Kawais Verhalten in der Schule Shoya gegenüber lässt Zweifel aufkommen, doch es ist Ueno, die mit ihrem erneuten Auftreten für eine etwas angespannte Stimmung sorgt. Mangaka Yoshitoki Oima gelingt es besonders durch die Darstellung von Shoya und seine Gedankengänge diese Atmosphäre beizubehalten. Gleichzeitig trägt die unerwartete Begleitung auch dazu bei, dass der Protagonist Zweifel an sich selbst und seinem Denken hegt. Wie so oft geht die Reihe tiefgründig auf Shoya ein, wodurch nicht nur einmal mehr seine Veränderung seit der Grundschule und dem erneuten Zusammentreffen mit Shoko deutlich wird, sondern auch seine Gefühle gut dargestellt werden.

Es stört nicht, dass die Ereignisse im Vergnügungspark zumindest ein wenig vorhersehbar sind, da die Geschichte glaubwürdig und nachvollziehbar erzählt ist und die Vorhersehbarkeit der reinen Logik geschuldet ist. Zudem sind die Handlungen der verschiedenen Charaktere ihren Persönlichkeiten entsprechend und selbst Uenos Plan bezüglich Shoya, ist angesichts der Situation verständlich. So gelingt es sogar harte und im persönlichen Empfinden nicht faire oder sogar ablehnungswürdige Handlungen im Kontext der Figur und Ereignisse nachvollziehbar zu machen. Man versteht einfach, weshalb beispielsweise Ueno so handelt wie sie es macht, auch wenn man es selbst aus tiefster Überzeugung ablehnt. Dadurch kommt es nicht selten vor, dass die eigenen Ansichten in Frage gestellt werden und obwohl man eigentlich klar auf der Seite einer Figur ist, fällt es schwer dem Konterpart absolute Unsympathie entgegen zu bringen. Alleine das zeigt, wie vielschichtig, gut geschrieben und glaubhaft die Charaktere sind, die Yoshitoki Oima für A Silent Voice geschaffen hat.

Beklemmend

Noch in der Rezension von A Silent Voice Band 3 hieß es, dass die Reihe besonders durch die sanfte Erzählweise und angenehme, lockere Stimmung überzeugt. Dieser Eindruck wird zwar nicht aufgehoben, doch der vierte Manga der Coming-of-Age-Romantik-Serie zeigt auch, wie hart es im Leben zugehen kann. So wird Band vier in weiten Teilen von einer angespannten, beklemmenden oder sogar traurigen Stimmung dominiert, ohne dass der Lesespaß verloren geht. Viel mehr fesselt die Handlung von der ersten bis zur letzten Seite an den Manga und besonders in der zweiten Hälfte leidet man unweigerlich mit einigen der Figuren mit. Dass Shoko eher eine kleine Rolle zukommt und kaum Interaktion mit Shoya stattfindet, ist den Ereignissen geschuldet und trägt noch einmal zusätzlich zur etwas bedrückenden Stimmung bei, während andere Figuren an passenden Stellen zumindest leichten Humor mit einbringen.

Dominierende Themen des vierten Bandes sind neben dem immer gegenwärtigen Mobbing Freundschaft und was das genau ist sowie Familie und Verlust. Yoshitoki Oima gelingt es mit der Konzentration auf Shokos und Yuzurus Familie, mit einem besonderen Augenmerk auf die jüngere Schwester, die Situation rund um die taube Protagonistin noch besser zu erläutern. Dazu tragen auch einige Rückblicke bei, die wichtige Erläuterungen und Hinweise auf vergangene Ereignisse liefern. Trotz der im Vergleich zum direkten Vorgänger etwas beklemmenderen Atmosphäre fügt sich der Manga gut in die Reihe ein und schafft es gleichzeitig die Geschichte um Shoya, Shoko und ihre Freunde gut weiterzuführen. Obwohl das Ende des Bandes – auch mit dem kurzen Extakapitel – weniger offen ist als zuvor, bleibt das Interesse an der Fortsetzung groß, da man einfach wissen möchte wie es mit Shoya, Shoko und den anderen weitergeht.

Fazit

Durch die beiden zentralen Elemente der Geschichte ist A Silent Voice Band 4 etwas beklemmender als noch der Vorgänger. Das hat aber nur dafür gesorgt, dass mich die Geschichte noch mehr gefesselt hat. Shoyas und Shokos Werdegang bleibt spannend und mit den weiteren Haupt- und Nebenfiguren hat Mangaka Yoshitoki Oima in kürzester Zeit ein abwechslungsreiches und glaubhaftes Ensemble aufgebaut. Die leichte Zweiteilung der Handlung, die trotzdem wie bisher durch einige Elemente zusammengehalten wird, stört zu keiner Zeit, da die Geschichte einfach dem Leben der handelnden Figuren folgt. Manches Ereignis mag vorhersehbar und vielleicht auch etwas klischeehaft sein, doch das ist nicht schlimm, da sich alles gut zusammenfügt und einen bewegenden, fesselnden Coming-of-Age-Romance-Manga ergibt, der sich perfekt in die Reihe einfügt und die Entwicklung der Charaktere konsequent vorantreibt.

Kurzfazit: Konsequente, aber etwas beklemmendere Fortsetzung von A Silent Voice, die mit der Handlung und gutem Einsatz der Figuren an den Manga fesselt.

Details
Titel: A Silent Voice – Band 4
Genre: Coming of Age, Romance, Drama
Verlag: Egmont Manga
Story/Zeichnungen: Yoshitoki Oima
Seiten: 192
Preis: 7,00 €
ISBN: 978-3-7704-9214-5
Verlagsseite: A Silent Voice – Band 4 bei Egmont Manga
Erscheinungsdatum: 12. Januar 2017

Bilder Copyright Egmont Manga

Lesetipp: Rezension von A Silence Voice Band 3 (Manga)
Lesetipp: Rezension von A Silence Voice Band 2 (Manga)
Lesetipp: Rezension von A Silence Voice Band 1 (Manga)

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.thelostdungeon.de/2017/01/15/rezension-a-silent-voice-band-4-manga/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>