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Dez 02 2016

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Rezension: Comet Lucifer – Vol. 1 (Blu-ray)

comet-luciver-vol-1-coverAnfang Dezember erscheint mit Volume 1 von Comet Lucifer die erste Hälfte einer neuen Science-Fiction-Action-Serie im Mecha-Segement bei KSM Anime.

Auf dem Planeten Gift gehören haushohe als Bipedal Armours bezeichnete Roboter, die sowohl für Arbeiten als auch militärische Zwecke eingesetzt werden, genauso zum Alltag wie der fossile Brennstoff der Welt: das Giftium. Der Schüler Sōgo Amagi beschäftigt sich als Hobby mit der Erforschung dieser Kristalle. Als er bei einer seiner Erkundungen einer alten Mine plötzlich einen roten Stein findet, ahnt er noch nicht was es damit auf sich hat. Ohne die Gelegenheit zu haben, sein Fundstück näher zu untersuchen, wird er von Klassenkameradin Kaon in einen Streit mit dem Mitschüler Roman hineingezogen. Die Eltern des Mädchens haben beschlossen, dass sie – auch gegen ihren Willen – den aus einer reichen und einflussreichen Familie stammenden Roman heiraten soll. Während der Verfolgungsjagd kommt es zu einem Unfall und Sōgo und Kaon stürzen in einen tiefen Schacht. Dort begegnen sie einem mysteriösen Mädchen, das vor ihren Augen einem riesigen, roten Kristall entstiegen zu sein scheint. Doch sie sind nicht die einzigen, die sich für die kindliche Felia interessieren und so werden die beiden in ein riskantes Abenteuer gezogen.

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Genre-Potpourri

Bei Comet Lucifer handelt es sich um eine originale Anime-Serie die dem Science-Fiction-Action-Genre mit Mechs, großen Kampfrobotern, zuzuordnen ist. Allerdings binden die Macher um das Studio 8bit auch Elemente anderer Genres mit ein und versuchen die Serie im Verlauf der ersten sechs Episoden, die sich auf Volume 1 befinden, neben Abenteuer und Fantasy auch in Richtung Comedy und Romantik zu drücken. Das gelingt nicht in allen Fällen wirklich gut. Dabei bietet Comet Lucifer einige interessante Aspekte, die bei richtiger Ausnutzung einen unterhaltsamen und actionreichen Mecha-Action-Vertreter bilden könnten.

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Die Geschichte mag nicht unbedingt neu sein. Zufällig findet eine kleine Gruppe von Freunden ein mysteriöses Mädchen, das über besondere Kräfte verfügt und irgendwie mit dem Planeten selbst verbunden ist. Dadurch geraten die Helden in einen Konflikt mit Militär und Regierung und versuchen alles, um die Unbekannte zu schützen. Aber nicht immer muss die Handlung wirklich neu sein. Weit wichtiger ist die Umsetzung. Hierbei zeigt Comet Lucifer durchaus einiges an Potenzial. Der Planet Gift mit seinem Giftium und den Bipedal Armours sowie der Kultur, die an eine Mischung aus Science-Fiction und mittelalterlicher Fantasy erinnert, macht neugierig und man möchte gerne mehr darüber erfahren. Leider liefert die Serie einige zentrale Informationen nur oberflächlich und geht zu wenig ins Detail. Dadurch bleibt zwar mehr Zeit für die Geschichte selbst, doch man muss auch manche Gegebenheiten einfach akzeptieren, was definitiv schade ist. Dazu gesellen sich kleinere Logikprobleme. Wieso muss beispielsweise der von der Regierung beauftragte Hauptmann Gus Stewart erst nach Felia suchen, wenn später heraus kommt, dass eine Nebenfigur aus dem Umfeld der Protagonisten als Spionin tätig ist?

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Zu viel des Guten

Ähnlich verhält es sich mit den eingebauten Genre-Ausbrüchen. Sicherlich ist es nicht ungewöhnlich, dass eine Science-Fiction-Action-Serie auch Comedy- und Romantik-Elemente enthält und grundsätzlich ist daran auch nichts auszusetzen. Leider funktionieren gerade Erstere in den meisten Fällen eher bedingt und die amüsanten Szenen schaffen es höchstens ein Schmunzeln zu entlocken. Angesichts der zeitweise etwas zu geballten Ladung kann das zu Längen führen, die es zumindest gelegentlich mühsam machen weiterzusehen. Wie es besser geht zeigt Comet Lucifer auch in den nur ganz leicht eingebauten Witzen und humorvollen Momenten, die lediglich die Interaktion mancher Charaktere unterstreichen. Das gilt auch für die Romantik, die lange Zeit nur unterschwelliger, kaum erwähnenswerter Bestandteil der Serie ist und dann plötzlich etwas zu stark hervortritt, aber immerhin für einige gute Momente genutzt wird. Allerdings ist die Entwicklung der Beziehungen vorhersehbar und so überraschen weder tiefere Gefühle noch Eifersüchteleien.

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Auch bei den Charakteren bleibt 8bit dem Genre treu. Besonders Held Sōgo entspricht den üblichen stereotypen. Damit erfüllt er als Protagonist alle Voraussetzungen, bleibt aber relativ blass und einfach gestrickt. Störend fällt das nicht auf, da er trotz manch klischeebehafteter Verhaltensweise zu keiner Zeit nervt. Doch auch Felia kann nicht in allen Belangen überzeugen. Gerade zu Beginn fällt sie durch ihre unschuldige Art als überaus süß auf. Es ist herzerwärmend ihr dabei zuzusehen wie sie langsam Wörter lernt oder versucht ihre Magie entgegen der Anweisungen ihrer steinernen Begleiterin Mo einzusetzen. Angesichts ihres Verhaltens wirkt Felia mitunter aber manchmal ein wenig dumm. Dafür macht sie eine der interessantesten und größten Wandlungen im Verlauf der ersten Serienhälfte durch. Bei den Nebencharakteren und Feinden können einige etwas mehr überzeugen, doch auch hier finden sich viele Stereotypen, auch wenn manche von ihnen dennoch interessant sind. Alles in allem ist das Ensemble von Comet Lucifer vielleicht nicht neu, aber auch kein negativer Faktor der Serie, da alle ihre Rollen gut erfüllen.

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Die wahrscheinlich größte Stärke von Comet Lucifer ist die hervorragend inszenierte Action. Das Aufeinandertreffen von zwei Mechas stellt nicht nur die allgemein gute Animationsqualität der Serie heraus, sondern liefert auch das, was man sich eigentlich erhofft hat. Alleine deshalb verzeiht man gerne auch ein paar Schwächen und wird zumindest zeitweise gut unterhalten. Dass manche Szenen trotzdem etwas nervig ausfallen und die Protagonisten kaum über den Genrestandard hinaus kommen, haftet der Serie jedoch weiterhin an. Dennoch ist der Genre-Mix kein kompletter Reinfall und kann durch manche geschichtliche Elemente, das Setting und die Action gut unterhalten. Dazu tragen auch der gelungene Soundtrack sowie die überweigend sehr gute deutsche Synchronisation bei.

Fazit

Trotz aller Kritik, konnte mich Comet Lucifer abgesehen von den in die Länge gezogenen Szenen unterhalten. Das liegt neben der grundsätzlich interessanten Geschichte insbesondere an der gut inszenierten Action. Wenn die riesigen Mechas aufeinandertreffen spielt die Serie ihre größte Stärke aus und beweist, dass die Konzentration auf dieses Genre definitiv besser gewesen wäre. Schon in den ersten beiden Episoden gibt es leichte Andeutungen darauf, aber dann gilt es doch eine Weile zu warten bis Comet Lucifer wirklich in Fahrt kommt. Alleine deshalb lohnt es sich auch über die dritte Episode hinaus am Ball zu bleiben. Langsam aber sicher besinnt sich die Serie auf einen klareren roten Faden und baut die gewünschte Action mit ein. Das hat schließlich auch dafür gesorgt, dass mein Interesse an der restlichen Serie geweckt wurde. Es besteht die Hoffnung auf eine Ausnutzung des gezeigten Potenzials. Gelingt das, kann ich nachträglich auch über einige Schwächen etwas eher hinwegsehen.

Kurzfazit: Die erste Hälfte von Comet Lucifer ist etwas durchwachsen. Der Genre-Mix funktioniert nur bedingt, aber im späteren Verlauf der sechs Episoden stellt sich die Action als eine der großen Stärken heraus. Zudem gelingt es der Geschicht langsam etwas zu fesseln.

Vielen Dank an KSM Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Comet Lucifer – Vol. 1!

Details
Titel: Comet Lucifer – Vol. 1
Genre: Action, Science-Fiction
Regie: Yasuhito Kikuchi, Atsushi Nakayama
Studio: 8bit
Produktionsjahr: 2015
Laufzeit: ca. 150 Minuten
Sprachen: Deutsch (DTS-HD MA 5.1) , Japanisch (DTS-HD MA 2.0)
Untertitel: Deutsch
Extras: From Garden Indigo´s Train Window 1-6, Music Clips, Commercial, Trailer, Bildergalerie
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungstermin: 05. Dezember 2016
Herstellerseite: Comet Lucifer – Vol. 1 bei KSM Anime

Bilder Copyright 8bit. / KSM Anime

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