Rezension: Seraph of the End: Vampire Reign – Band 2 (Manga)

seraph-of-the-end-vampire-reign-band-1-2-coverDie Ausbildung von Yuichiro geht in Seraph of the End: Vampire Reign Band 2 weiter, während sich ein größerer Konflikt mit den Vampiren anbahnt.

Yuichiro hat sein Ziel erreicht und gehört gemeinsam mit seinem neuen Freund Yoichi ab sofort der Anwärterklasse der Mond-Dämonen-Einheit an. Doch noch bevor er seinen neuen Unterrichtsraum erreicht, gerät er mit einem scheinbar ungehobelten Kerl aneinander. Ausgerechnet dieser gehört nicht nur seiner Klasse an, sondern stellt sich auch noch als fähiger Anwärter heraus. Unfreiwillig werden Yuichiro und Shiho Kimizuki zur Zusammenarbeit gezwungen. Dabei hat natürlich auch Shinoa, die ebenfalls Teil der Anwärterklasse ist, ihre Finger im Spiel. Immerhin verfolgen die beiden unfreiwilligen Kameraden und Yoichi ein gemeinsames Ziel: Sie wollen endlich Dämonenwaffen erhalten. Zugleich bereiten sich die Vampire aufgrund einer möglichen Bedrohung durch die Mond-Dämonen-Einheit auf einen Krieg, den Königin Krul Tepes ausruft, vor. Unter ihnen ist auch Yuichiros totgeglaubter bester Freund Mikael

Gute Entwicklung

Seraph of the End: Vampire Reign geht wie erwartet mit der Ausbildung von Yuichiro weiter. Gleichzeitig wird direkt zu Beginn des zweiten Bandes mit Shiho Kimizuki ein neuer Charakter eingeführt, der das kleine Ensemble rund um Yuichiro, Yoichi und Shinoa gut ergänzt. Die arrogante, pöbelhafte Art erinnert ein wenig an Yuichiro, allerdings unterscheiden sich die beiden Figuren in einigen Punkten deutlich voneinander. Allgemein haben die Protagonisten einige Gemeinsamkeiten, die auf ähnlichen Erfahrungen beruhen und zeigen dennoch ganz eigene Persönlichkeitsmerkmale. Die Rollenbilder sind dabei relativ klar verteilt. Yuichiro ist wie bisher der selbstüberschätzende Draufgänger, dessen Herz am rechten Fleck sitzt, während Shinoa als erfahrene Soldatin mit ihrem frechen, etwas überheblichen Art sorgt sie für gelegentlich amüsante Momente. Für diese werden gerne auch die Aufeinandertreffen von Yuichiro und Oberstleutnant Guren Ichinose genutzt.

Allerdings rutscht Seraph of the End: Vampire Reign nie ins lächerliche ab. Viel mehr gelingt es durch das Zusammenspiel der wichtigsten Figuren endlich diesen etwas mehr Tiefe und zugleich auch Sympathien zu verleihen. Man versteht Yuichiro immer besser und kann mit ihm genauso mitfühlen wie mit Yoichi oder Kimizuki. Dadurch gelingt es im zweiten Band trotz der vorhandenen Stereotypen eine grundlegend gelungene Charakterriege aufzustellen. Lediglich manches Verhalten wirkt selten etwas übertrieben. Das stört jedoch nicht, da es sowohl zur Art des Mangas als auch zu den Figuren passt. Unterstützt werden die Figuren durch ihre gelungene Darstellung, bei der besonders die Mimik häufig eine wichtige Rolle spielt. Doch auch die Gestik und das gemeinsame Agieren der Charaktere ist gut umgesetzt.

Spannender Weg

Wie schon im ersten Band bleiben größere Kämpfe und Actionszenen aus. Lediglich kurze, aber gut inszenierte Konfrontationen – besonders im letzten Kapitel des Mangas – sorgen für etwas Auflockerung. Dadurch kann aber die Geschichte zügig weitererzählt werden und wichtige Aspekte der Welt sowie ein Blick auf die Vampire sind möglich. Es zeichnet sich ab, dass der Kampf zwischen Menschen und den Blutsaugern weit weniger schwarz-weiß ist, als es bisher den Anschein gemacht hat. Das gelingt in erster Linie durch die Einführung von Yuichiros besten Freund aus Kindheitstagen, Mikael. Groß ist seine Rolle noch nicht, doch alleine sein Überleben und seine neue Position wecken das Interesse an der Fortsetzung.

Eine weitere Stärke von Seraph of the End: Vampire Reign ist das Endzeit-Setting mit Vampiren, Dämonen und Magie. Noch wird vieles nur angedeutet, doch es zeichnen sich vielversprechende Möglichkeiten ab. Zudem scheinen Yuichiro und Mikael weit mehr zu sein, als bisher bekannt ist. Tiefgründige Unterhaltung sollte trotzdem nicht erwartet werden, da Seraph of the End: Vampire Reign unterm Strich dann doch ein relativ typischer Action-Manga bleibt.

Fazit

Der zweite Band von Seraph of the End: Vampire Reign kann die Erwartungen erfüllen und setzt den guten Auftakt gelungen fort. Besonders bei den Charakteren sind Fortschritte zu erkennen und es entwickeln sich endlich auch Sympathien für Yuichiro. Dazu gesellen sich mit Shinoa, Yoichi und Kimizuki drei Kameraden, die gemeinsam mit dem Protagonisten ein angenehmes und interessantes Figurenensemble bilden. Es ist glaubhaft, weshalb sie sich trotz anfänglicher Differenzen zusammenraufen können. Dass die Action weiterhin kürzer kommt als erwartet stört nicht, da dafür Geschichte und Charaktere gut ausgearbeitet werden. Besonders der zeitweise Blick auf die Vampire inklusive der Einführung neuer Figuren, ist gelungen und zeigt, dass der Konflikt zwischen Menschen und den Blutsaugern weit mehr bieten könnte als eine bloße Gut-gegen-Böse-Geschichte. Hier bleibt allerdings abzuwarten wie viel von dem vorhandenen Potenzial genutzt wird. Bis dahin können zumindest Action-Fans bedenkenlos zugreifen.

Kurzfazit: Sinnvolle Weiterführung der Reihe, die sich stärker auf Charaktere und Handlung als auf Action konzentriert, dadurch aber etwas an Tiefe und Sympathie gewinnt.

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Seraph of the End: Vampire Reign – Band 2!

Lesetipp: Rezension von Seraph of the End: Vampire Reign – Band 1

Details
Titel: Seraph of the End: Vampire Reign – Band 2
Genre: Mystery, Action
Verlag: Kazé Manga
Autor; Takaya Kagami
Zeichnungen: Yamato Yamamoto
Storyboards: Daisuke Furuya
Seiten: 204
Preis: 6,95 €
ISBN: 978-2-88921-785-4
Verlagsseite: Seraph of the End: Vampire Reign – Band 2 bei Kazé Manga
Erscheinungsdatum: 02. Juni 2016

Bilder Copyright Kazé Manga / Shueisha