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Aug 07 2016

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Rezension: Samurai Warriors – Vol. 2 (Blu-ray)

samurai-warriors-vol-2-coverSamurai Warriors geht nach dem Special Die Legende der Sanada mit der zweiten Hälfte der Serie mit sechs neuen Episoden auf Volume 2 zu Ende.

Der durch den Tod des Reichseiners Toyotomi Hodeyoshi ausgelöste Krieg zwischen dem Tokugawa-Klan und Mitsunari Ishida sowie seinen Anhängern ist zu Ende. Viele Gefährten von Sanda Yukimura sind gefallen oder haben sich der Gnade der Tokugawa ergeben. Der Krieger selbst ist der Todesstrafe entgangen und wurde in das Dorf Kudoyama ins Exil verbannt. Nachdem er dort gegen seinen Hausarrest verstoßen hat, um ein kleines Mädchen zu retten, wurden ihm noch mehr Auflagen gemacht. Die Ankunft von Ii Naomasa bringt Yukimura endlich die Erkenntnis über den Sinn seines Lebens und so flieht er – auch zum Schutz der dort lebenden Menschen – aus Kudoyama. In Osaka möchte er sich Toyotomi Hideyori anschließen, um erneut gegen die Tokugawa zu kämpfen. Diese stellen den Toyotomi derweil durch ihren Gesandten Sanada Nobuyuki inakzeptable Bedingungen. Ein neuer Krieg, der auch für die Sanada-Brüder entscheidend wird, steht kurz bevor.

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Philosophischer Bruder-Zwist

Samurai Warriors wird beinah nahtlos fortgesetzt. Yukimura fristet weiterhin sein Dasein als unter Hausarrest gestellter Krieger. Es überrascht nicht, dass sich die Geschichte abseits der Wirren des Krieges stark auf Yukimura und seinen Bruder Nobuyuki konzentriert. Die Sanadas sind die zentralen Hauptfiguren der Serie, was durch das Prequel-Special Die Legende der Sanada noch unterstrich wird. Auf die Ereignisse darin wird nur wenig eingegangen, dafür entwickeln sich die Ereignisse wie schon in der ersten Hälfte rasant. Zeitsprünge und eine schnelle Erzählweise bleiben also erhalten und fügen sich gut aneinander. Dadurch kann das Augenmerk stärker auf die wichtigen Elemente gelegt werden.

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Der Bruder-Zwist der Sanada ist einer der wichtigsten Handlungsstränge. Yukimura und Nobuyuki stehen für ihre Ideale ein und sehen sich jeweils im Recht. Gleichzeitig sind sie ein Sinnbild für den Wandel, den Japan vor sich hat. Das Zeitalter der streitenden Reiche und der Krieger nähert sich dem Ende entgegen und ganz nach dem Wunsch Toyotomi Hideyoshis könnte eine Ära des Friedens bevorstehen. Hier schlägt Samurai Warriors leichte philosophische Töne an und beschäftigt sich mit der Frage des Wertes eines Kriegers und seiner Daseinsberechtigung in einem Zeitalter des Friedens. Einige Dialoge in den sechs Episoden von Volume zwei gehen darauf ein und regen zum Nachdenken an, während sie die packende Atmosphäre durch den immer stärker spürbaren Wandel, dem Japan unterworfen ist, unterstützen. Das verleiht der Serie etwas mehr Tiefe, die zuvor nur Ansatzweise vorhanden war und kommt auch einigen Charakteren zu Gute.

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Wandel

Allgemein profitiert die zweite Hälfte von Samurai Warriors von der etwas kleiner gewordenen Anzahl an Figuren. Bereits in den letzten Episoden von Volume eins war dies zu erahnen und nun bestätigt es sich. Gleichzeitig wird noch stärker der Blick auf einige wenige Charaktere gelegt, ohne dass andere Figuren zu sehr in den Hintergrund geraten. Dieser Kniff sorgt dafür, dass einem fast alle Kriegsbeteiligten auf ihre eigene Weise irgendwie ans Herz wachsen und man zeitweise nicht weiß, für welche Seite man sich mehr einsetzen möchte. Allerdings existieren auch einige unsympathische Figuren, was natürlich beabsichtigt ist.

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Wie nicht anders zu erwarten spitzt sich der Konflikt zwischen den Toyotomi und den Tokugawa immer weiter zu und führt schließlich zum Krieg. Genauer zur Belagerung von Osaka, die in zwei Feldzügen stattfindet. Durch diese finale Konfrontation der Konfliktparteien sind Schlachten und Kämpfen ganz der Vorlage von Koei Tecmo und Omega Force weiterhin ein wichtiger Bestandteil von Samurai Warriors. In Sachen Inszenierung hat sich wenig im Vergleich zu Volume 1 verändert. Noch immer können nicht alle Animationen überzeugen, dennoch sind die Kämpfe spannend erzählt. Besonders einige große Konfrontationen der wichtiger Persönlichkeiten wird wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt, während übertriebene Angriffe zum Einsatz kommen. Das passt gut zur Serie und trägt zum Unterhaltungswert der Kämpfe bei. Dennoch sind es eher einige ruhige, atmosphärische und handlungsrelevante Szenen, die als wirkliche Stärke von Samurai Warriors zu betrachten sind. So gelingt es eine packende, dichte Atmosphäre aufzubauen, die es besonders gegen Ende schafft vor den Fernseher zu fesseln. Dabei ist es das Zusammenspiel von Bildern, Musik und Stimmung, die sogar Gänsehaut-Momente mit sich bringen. Das vorhersehbare Ende schafft es deshalb trotzdem mitreißend und bewegend zu sein.

Fazit

Nach einer guten ersten Hälfte und einem gelungenen Prequel-Special findet Samurai Warriors mit Volume 2 einen würdigen und gelungenen Abschluss. Die Schlachten zwischen den Tokugawa und Toyotomi sind trotz der Schwächen bei den Animationen insgesamt gut und packend inszeniert, während einige ruhige Szenen richtig auftrumpfen können. Besonders das Zusammenspiel bestimmter Charaktere weiß zu überzeugen und trägt massiv zum positiven Gesamteindruck bei. Dazu gesellt sich ein leicht philosophischer Anklang, der durch die zum größten Teil ordentlich bis gut vertonten Dialoge getragen wird. Die Entscheidung Yukimura und Nobuyuki in der zweiten Hälfte der Serie noch etwas stärker in den Fokus zu rücken, ohne dass sie andere Figuren zu sehr verdrängen, ist lobenswert. Sie sind es, die die Geschichte mittragen und entscheidend für manche Entwicklung sind. Zudem können die Beziehungen der Sanada-Brüder so noch etwas näher beleuchtet werden, was wiederum ihren Gefährten und Vertrauten zu Gute kommt.

Kurzfazit: Atmosphärisches Finale mit leicht philosophischem Einschlag, guten Kämpfen und einer interessanten Geschichte.

Vielen Dank an KSM Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Samurai Warriors – Vol. 2!

Lesetipp: Rezension von Samurai Warriors Vol. 1 (Blu-ray)
Lesetipp: Rezension von Samurai Warriors SP: Die Legende der Sanada (Blu-ray)

Details
Titel: Samurai Warriors – Vol. 2
Genre: Historie, Action, Drama
Regie: Koujin Ochi
Studio: TYO Animations
Produktionsjahr: 2015
Laufzeit: ca. 147 Minuten
Sprachen: Deutsch (DTS-HD MA 5.1) , Japanisch (DTS-HD Master 2.0)
Untertitel: Deutsch
Extras: Bonus-Clips, Trailer, Bildergalerie
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungstermin: 08. August 2016
Herstellerseite: Samurai Warriors – Vol. 2 bei KSM Anime

Bilder Copyright TYO Animations / KSM Anime

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