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Jul 29 2016

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Rezension: Deadpool 1 & Iron Man 1 (Comic)

deadpool-1-iron-man-1-coverDer Neustart des Marvel-Universums geht mit den neuen monatlichen Heft-Reihen von Deadpool und Iron Man weiter.

Nachdem Panini das neue Marvel-Universum mit Neustarts der Heft-Serien Avengers und Spider-Man sowie einigen Sammelbänden bereits gestartet hat, sind nun auch Deadpool und Iron Man an der Reihe. Nach ihren Auftritten in Uncanny Avengers beziehungsweise Avengers brechen die beiden grundverschiedenen Superhelden mit neuen Nummer-1-Heften in Solo-Abenteuer auf. Dabei gilt weiterhin die Prämisse, dass auch Nicht-Kenner des bisherigen Marvel-Universums einen Einstieg in die Welt der bekannten Filmhelden wagen können.

Abgedrehte Truppe – Deadpool 1

Wade Wilson alias Deadpool ist ein Superstar. Der verrückte Mutant und ehemalige Söldner ist nicht nur ein Avenger, sondern auch eine beliebte Berühmtheit geworden. Mit seinem Verdienst hat er die Rolle des Finanziers der Heldengruppierung von Tony Stark übernommen. Gleichzeitig führt er ein Team von zwielichtigen Gestalten in Deadpool-Kostümen, die auf der ganzen Welt Aufträge erfüllen und so weiteres Geld einbringen sollen. Nicht jedem gefällt das und auch seine Rent-a-Hero-Truppe zeigt sich unzufrieden. Dazu gesellen sich Gastauftritte bekannter Figuren wie Luke Cage und Hawkeye.

Der Ansatz Deadpool zu einem gefeierten Star und Finanzier der Avengers zu machen, ist überaus interessant. Es gibt dem abgedrehten, etwas verrückten Antihelden eine ungewohnte Richtung. Besonders, da er mit anderen, recht zwiellichtigen Gestalten zusammenarbeitet, die in seinem Kostüm überall Aufträge ausführen. Dabei handelt es sich um Figuren, die bereits auf verschiedenste Weise innerhalb des Marvel-Universums zum Einsatz kamen. Die verschiedenen Persönlichkeiten und Verhaltensweisen der Deadpools bringt eine gewisse Spannung mit ein, da es interessant zu beobachten ist wie sie handeln und wie unterschiedlich ihre Moralvorstellungen sind.

Zugleich steht stets die Frage im Raum: Wer ist der echte Deadpool? Wo ist Wade Wilson? Natürlich hat auch er seinen Auftritt und doch sorgen die verschiedenen Figuren unter der Maske des Mutanten für mögliche, gekonnte Verwirrungen und sind schließlich auch der Grund für das spannende, offene Ende. Zuvor unterhält der Comic zwar relativ gut, schafft es aber abgesehen von einer gewissen Verrücktheit der im Mittelpunkt stehenden Charaktere, nur zeitweise wirklich zu begeistern. Als Einstieg in in die neue Reihe ist der Auftakt aber dennoch gelungen, da genügend Interesse geweckt wird, um auch die Fortsetzung lesen zu wollen.

Veränderte Bedingungen – Iron Man 1

Es ist wenig überraschend, dass Panini neben den Avengers, Spider-Man und dem seit Februar erfolgreichen Kinohelden Deadpool auch Iron Man ein eigenes Heft im neuen Marvel-Universum spendiert. Das Zepter hierfür übernimmt Bestellerautor Brian Michael Bendis. Tony Stark hat eine neue Iron-Man-Rüstung entworfen. Die vielleicht beste aller Zeiten. Sie vereint die Stärken der Vorgängermodelle und ermöglicht es jederzeit auf die gewünschten Varianten zuzugreifen. Zur Seite steht dem bekannten Playboy und Milliardär seine etwas sarkastische und schlagfertige KI Friday. Dabei erwartet Tony Stark nicht nur ein Rendevouz mit der Wissenschaftlerin Dr. Amara Perera, er bekommt es auch mit dem auf mysteriöse Weise genesenen Dr. Doom und seiner alten Bekannten und Liebschaft Madame Masque und magischen Artefakten zu tun.

Bereits der Einstieg in das erste Heft der neuen Iron-Man-Reihe stellt die mysteriöse und zeitweise etwas düstere Atmosphäre in den Mittelpunkt, die einen ganz eigenen Reiz ausmacht, ohne der Leichtigkeit zu schaden. Tony Stark tritt wie üblich als Ich-bezogen und voller Selbstbwusstsein auf, so dass auch Kenner der Filme sofort die bekannte Figur wieder erkennen. Allerdings zeigt er auch andere Charakterzüge, die eine weitaus tiefere Persönlichkeit andeuten, was dem Protagonisten zu Gute kommt. Mit Friday als stetige Begleiterin hat er zudem eine interessante und überaus amüsante KI an seiner Seite. Ihre Art mit Tony Stark zu sprechen, zeugt gleichzeitig von Respekt, aber auch einer liebevollen Bevormundung. Es ist zeitweise herrlich, wenn sich Tony fragt, weshalb er keinen Aus-Schalter für sie mit eingebaut hat. Dass sich Autor Brian Michael Bendis etwas Zeit lässt, um Iron Man in Aktion treten zu lassen, stört nicht, da das Zusammenspiel von Tony Stark und Dr. Amara Perera sowohl interessant, als auch für die Entwicklung des Protagonisten wichtig zu sein scheint. Zusätzlich ist abzusehen, dass die Wissenschaftlerin noch eine relevante Rolle spielen dürfte.

Weitaus interessanter sind jedoch die Auftritte des Erzschurken Dr. Doom und von der mysteriösen Madame Masque. Ersterer hat seine Macht und sein Land verloren. Das fiktive Latveria versinkt im Chaos. Allerdings hat Doom scheinbar von den Ereignissen die ins neue Marvel-Universum geführt haben, profitiert. Sein entstelltes Gesicht ist geheilt, weshalb er keine Rüstung mehr trägt. Seine magischen Fähgikeiten hat er indes nicht verloren, so dass die gewohnte Bedrohung vorhanden bleibt. Besonders interessant ist jedoch die Art seines Auftritts und sein ungewohntes Verhalten Tony Stark gegenüber. Hier dürfte sich genauso wie bei Madame Masque noch einiges innerhalb der Reihe entwickeln. Allerdings ist es Letztere, die Iron Mans Aufmerksamkeit erregt und bereits zum Einstieg des Comics als Schurkin aufgebaut wird. Ihre Art und die Bedeutung der Maske für sie, machen sie trotz der bisher noch etwas blassen Charakterzeichnung zu einer der interessantesten Figuren des Heftes.

Fazit

Im Gegensatz zu Avengers 1 und Spider-Man 1 fällt es mir als Neueinsteiger sowohl bei Deadpool als auch bei Iron Man etwas schwerer den Ereignissen zu folgen. Dennoch ist es auch Nicht-Kennern möglich die neuen Comics zu lesen und die Geschichte zu verstehen. Besonders jene, die bisher nur mit den Filmen in Berührung kamen, dürften den Status Quo leichter hinnehmen können, als jemand wie ich, der bereits Comics des Marvel-Universums gelesen hat und einige Veränderungen hinnehmen muss. Nichts desto trotz ist es den Autoren Gerry Duggan und Brian Michael Bendis gelungen spannende und Interesse weckende Auftakte der beiden Heft-Reihen zu schreiben, die von den Zeichnern in passende Bilder verpackt wurden. Akzeptiert man manche Gegebenheiten, ist der Einstieg zudem relativ leicht, da abgesehen von einigen früheren Verbindungen der Figuren, nur wenig auf vorherige Ereignisse eingegangen wird. Ist dies doch der Fall werden genügend Informationen geliefert, um dem Geschehen trotzdem gut folgen zu können. Damit schaffen auch Deadpool und Iron Man gute Neustarts mit neuen Nummer-1-Heften. Anhänger der beiden Helden sollten definitiv einen Blick wagen. Persönlicher Favorit der vier neuen Monats-Reihen bleibt allerdings vorerst Avengers.

Kurzfazit: Deadpool und Iron Man starten unterhaltsam ins neue Marvel-Universum, auch wenn kleinere Schwächen den Auftakt etwas trüben.

Details
Titel: Deadpool 1
Genre: Action, Superhelden
Verlag: Panini
Autor: Gerry Duggan
Zeichner: Mike Hawthorne
Seiten: 68
Preis: 4,99 €
Verlagsseite: Deadpool 1 bei Panini Comics
Erscheinungsdatum: 19. Juli 2016

Details
Titel: Iron Man 1
Genre: Action, Superhelden
Verlag: Panini
Autor: Brian Michael Bendis
Zeichner: David Marquez
Seiten: 68
Preis: 4,99 €
Verlagsseite: Iron Man 1 bei Panini Comics
Erscheinungsdatum: 19. Juli 2016

Bilder Copyright Panini

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