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Mai 18 2016

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Rezension: Uncharted 4: A Thief’s End (PS4)

uncharted-4-a-thiefs-end-coverEndlich ist es soweit, Nathan Drake bricht zu seinem letzten Abenteuer auf und Entwickler Naughty Dog beschert ihm ein fulminantes Finale.

Nach dem großen Erfolg der Uncharted-Trilogie auf er Playstation 3, gehörte das Playstation-4-Debüt von Abenteurer und Schatzsucher Nathan Drake zu den meist erwarteten Spielen für die aktuelle Konsole von Sony. Nach mehreren Verschiebungen, ist Uncharted 4: A Thief’s End endlich erschienen. Die Geschichte folgt erneut Serien-Protagonist Nathan Drake. Der Abenteurer hat sich zur Ruhe gesetzt und die Reporterin Elena Fisher geheiratet. Mit illegalen Aktivitäten und Schatzsuchen hat das Paar, eines einfachen Lebens und ihres Versprechens wegen, nichts mehr zu tun. Allerdings taucht plötzlich Nathans totgeglaubter Bruder Sam auf und braucht Hilfe bei der Suche nach einem Schatz. Nur mit diesem kann er sich bei einem gefährlichen Kriminellen freikaufen und sein Leben retten. Damit beginnt die Suche nach dem Schatz des Piraten Henry Avery und für Nathan Drake ein neues, eher unfreiwilliges Abenteuer, das er vor seiner Ehefrau geheim halten will.

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Letztes Abenteuer

Naughty Dog schafft es ein weiteres Mal eine spannende, interessante Geschichte zu erzählen, die gerade durch ihre Höhepunkte und die Verbindungen der Charaktere überzeugt. Gleichzeitig gelingt es dem Entwickler aufgekommene Fragen der Vorgänger zu beantworten und einen runden Abschluss von Nathan-Drakes-Geschichte abzuliefern. Dabei wird sogar die Abwesenheit und bisher nicht einmal erwähnte Existenz seines älteren Bruders Sam nachvollziehbar erklärt. Allgemein liegt die Konzentration stärker als zuvor auf den persönlichen Gedanken und Gefühlen von Nathan, seinem Zwiespalt zwischen seiner Ehefrau und dem Nervenkitzel, dem er schnell wieder verfällt. Die starken Charaktere und ihre Handlungen sind es, die hervorstechen und Uncharted 4 gemeinsam mit der Geschichte zu einem abenteuerlichen Erlebnis machen.

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Dazu gehören auch die hervorragenden Dialoge, die wie gewohnt vor Humor strotzen und mit flapsigen Sprüchen der Protagonisten daher kommen. Neu sind dabei seltene Möglichkeiten aus verschiedenen Antworten zu wählen. Allerdings haben die Entscheidungen keinerlei Einfluss auf den Verlauf der Geschichte. Eine nette Idee, die aber kaum Relevanz hat. Weit interessanter sind die optionalen Gespräche, die sich neben Tagebucheinträgen und Schätzen in den Leveln finden lassen. Immer wieder bietet sich eine Unterhaltung mit Nathans Begleitern an, die kleine Zusatzinformationen oder weitere Interaktionen der Protagonisten mit sich bringen. Getragen werden die Dialoge zudem von einer ausgezeichneten deutschen Synchronisation, bei der alle Sprecher perfekt zu den Charakteren passen und für eine hervorragende Vertonung gesorgt haben.

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Atemberaubend

Schon die ersten Trailer von Uncharted 4 haben gezeigt, dass Naughty Dog an einem der aktuell grafisch besten Spiele arbeitet. Das bestätigt sich nach dem Release des Action-Adventures. Uncharted 4 begeistert durch Detailreichtum, atemberaubende Kulissen, lebensechte Charaktermodelle und hervorragende Animationen. Perfekt ist die Technik zwar nicht, doch die kleinen Fehler fallen nur bei genauem Hinsehen auf. Im laufenden Spiel ist man meist so hingerissen vom optischen Gesamtwerk und den Ereignissen, dass gar nicht die Zeit bleibt, um darauf zu achten. Auffällig ist außerdem, dass es nach dem Start des Spiels keine wirklich spürbaren Ladezeiten mehr gibt. Zwischensequenzen und Spielabschnitte gehen fließend ineinander über und sorgen für ein rundes Gesamtbild.

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Wer die Vorgänger kennt, weiß natürlich, was von Uncharted 4 in spielerischer Hinsicht zu erwarten ist. Erneut erkunden wir als Nathan Drake mal mehr, mal weniger weitläufige Umgebungen, liefern uns Schießereien mit Heerscharen an Gegnern, klettern an Abhängen, Gebäuden und allerlei Anderem entlang und lösen Rätsel. Gerade letztere sind eine der größten Schwächen des Action-Adventures. Nicht nur die Anzahl ist im Vergleich zu den vorherigen Spielen der Reihe geringer, sie fallen außerdem meist zu leicht aus. Wirkliche Kopfnüsse an denen man etwas länger zu beißen hat, finden sich leider nicht. Das ist bedauerlich, da Uncharted 4 in dieser Disziplin erneut viel Potenzial verschenkt. Allgemein fällt das Gameplay eher simpel aus. Viel mehr als die erwähnten Elemente gibt es nicht zu tun. Störend fällt das nicht auf, da das Gesamtpaket mitreißt.

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Klettern, rutschen, fahren

Natürlich kommt Uncharted 4 nicht ohne spielerische Neuerungen daher. So erhält Nathan einen Greifhaken als Kletterhilfe. Immer wieder schwingt man sich an Ästen oder Vorsprüngen entlang oder klettert Steilwände empor. Neu sind außerdem die Rutschpartien. Gerade in der ersten Hälfte des Spiels trifft man häufig auf Abhänge, steile Felswände oder Hügel, die Nathan hinunterrutschen muss. Immer wieder ist das mit einem abschließenden Sprung verbunden, damit es nicht in einen Abgrund geht. An sich eine sinnvolle Erweiterung. Naughty Dog setzt die Spielmechanik jedoch zu oft ein, so dass sie sich schnell abnutzt und zeitweise eher negativ auffällt.

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Neu sind auch die etwas offeneren Umgebungen, die für gelungene Abwechslung im schlauchartigen Ablauf des Spiels sorgen. Hierbei sind wir mit Geländewagen oder Motorboot unterwegs und erkunden weitläufige Areale, die fast schon Open-World-Gefühle aufkommen lassen. Das ist mehr als willkommen, da sie sich perfekt in das sonst strikt lineare Leveldesign einfügen. Allerdings fällt die Steuerung der Fahrzeuge etwas schwammig, wenn auch praktikabel aus

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Bedauerlich ist, dass es nur einem richtigen Tauchgang kommt. Zu Beginn des Spiels gibt es eine fantastische Unterwasser-Sequenz, die auch spielerisch ausgezeichnet umgesetzt ist, später aber leider keine Rolle mehr spielt. Gelegentliche kann man zwar tauchen, das fällt aber insgesamt zu klein und kurz aus. Gerne hätte Naughty Dog noch zwei oder drei längere Abschnitte unter Wasser einbauen dürfen.

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Schießereien etwas anders

Auch bei den häufigen Schießereien und dem Kampfsystem hat Naughty Dog Änderungen vorgenommen. So wurde die Waffenphysik überarbeitet. Das Zielen fällt schwerer als noch in den Vorgängern, Waffen verziehen bei Dauerfeuer stärker und die Schüsse treffen nicht immer den anvisierten Punkt. Das macht die Kämpfe etwas schwieriger, wirkt aber auch realistischer. Auf Wunsch kann eine Zielhilfe aktiviert werden, die das Fadenkreuz beim Anvisieren automatisch auf Gegner fixiert. Standardmäßig ist diese deaktiviert. Gelungen ist, dass vor dem Spielstart nicht nur der Schwierigkeitsgrad, sondern auch Spielhilfe-Funktionen eingestellt werden können. Gleichzeitig lassen sich die Einstellungen jederzeit im Optionsmenü ändern.

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Außerdem ist das heimliche Vorgehen wichtiger und fällt leichter als in den Vorgängern. Gegner können markiert werden, wodurch ein farbliches Symbol über deren Köpfen darüber informiert, ob sie Nathan entdeckt haben oder nach ihm suchen. Zusätzlich kann man sich zum Beispiel in hohem Gras verstecken und Nahkampfangriffe aus dem Hinterhalt durchführen. Dadurch gibt es in Uncharted 4 einige Abschnitte, die gänzlich ohne Waffengewalt absolviert werden können, aber nicht müssen. Eine Entdeckung durch die Gegner führt nicht zum Abbruch und Neuladen des letzten Checkpoints, sondern führt zum Kampf mit den Kontrahenten.

Fazit

Uncharted 4 macht einfach Spaß. Alle genannten Kritikpunkte sind eher Kleinigkeiten, die am fantastischen Gesamtpaket des Action-Adventures nur minimale Kratzspuren hinterlassen. Die Geschichte versteht es durch spannende Ereignisse und die gut geschriebenen Dialoge an die Playstation 4 zu fesseln, unterstützt vom vielleicht etwas simplen, aber unterhaltsamen Gameplay. Egal ob man klettert, sich Schießereien mit Gegnern liefert, schleicht, im Geländewagen weitläufige Areale erkundet oder die Umgebunen bestaunt, Uncharted 4 überzeugt durch einen fantastischen Gesamteindruck. Da fallen selbst kleinere Mängel beim Spielablauf oder nicht genutztes Potenzial sowie ausbleibende Erklärungen in der Geschichte nicht weiter ins Gewicht. Das alles ist sowieso Meckern auf hohem Niveau und schadet dem Spielspaß zu keiner Zeit. Uncharted 4 ist nicht nur das aktuell wahrscheinlich schönste Playstation-4-Spiel, es ist auch eines der besten insgesamt. Ein mehr als würdiger Abschluss für die Abenteuer von Nathan Drake. Mit einem runden, etwas überraschendem Ende. Man darf gespannt sein welches Entwicklerstudio Sony mit der Mammutaufgabe betraut, einen Nachfolger zu entwerfen – und wie dieser dann aussieht. Bis es soweit ist, dürften allerdings noch einige Jahre vergehen. Vorerst bieten die Suche nach allen Schätzen, Tagebucheinträgen und optionalen Dialoge sowie der unterhaltsame Mehrspieler-Modus mehr als genug Umfang, um auch nach dem Durchspielen noch einige spaßige Stunden mit Uncharted 4: A Thief’s Ende zu garantieren.

Kurzfazit: Herausragendes Action-Adventure und würdiger Abschluss für die Abenteuer von Nathan Drake, grafisch begeistert und spielerisch trotz kleinerer Macken überzeugt. Ein Pflichttitel für Playstation-4-Besitzer!

Vielen Dank an Sony Computer Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Uncharted 4: A Thief’s End!

Details
Titel: Uncharted 4: A Thief’s End
Genre: Action-Adventure
Publisher: Sony Computer Entertainment
Entwickler: Naughty Dog
Spieler: 1 (Offline), 2-10 (Online)
Syteme: Playstation 4
Altersfreigabe: ab 16
Erscheinungsdatum: 10. Mai 2016

Bilder Copyright Sony Computer Entertainment

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