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Dez 11 2015

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Rezension: Star Wars: Imperium in Trümmern (Comic)

star-wars-imperium-in-truemmern-coverAm 16. Dezember und damit einen Tag vor dem Kinostart von Star Wars: Das Erwachen der Macht erscheint der neuen Star-Wars-Comic-Sonderband Imperium in Trümmern bei Panini.

Die berühmte Schlacht von Endor aus Star Wars Episode VI: Die Rückkehr der Jedi-Ritter dient als Einstieg in die Geschichte von Imperium in Trümmern. Der Comic steigt auf dem Höhepunkt des Kampfes zwischen Rebellion und Imperium über dem Waldmond ein und stellt zugleich die A-Wing-Pilotin Shara Bey vor. Sie bildet die Hauptfigur der kommenden Ereignisse, die zeigen wie es nach dem Tod des Imperators und dem vermeintlichen Sieg der Rebellion über das Imperium weitergeht. Auch das Fest im Ewok-Dorf besucht Shara und trifft dort auf ihren Mann Kes, der zur Sondereinheit gehört, die gemeinsam mit Han Solo, Prinzessin Leia und Chewbacca auf Endor gegen das Imperium gekämpft hat. Doch schon am nächsten Morgen zeigt sich, dass die Zerstörung des zweiten Todessterns und der Tod des Imperators sowie seines Dieners Darth Vader nicht ausreicht, um das Imperium endgültig zu besiegen.

Episodenhafte Kriegsfortführung

Imperium in Trümmern ist in den USA als abgeschlossene Mini-Serie erschienen und umfasst vier Hefte. Die ganze Zeit stehen Shara Bey und ihr Mann Kes im Mittelpunkt der Geschichte. Doch auch bekannte Filmfiguren wie Luke Skywalker, Han Solo, Prinzessin Leia, Chewbacca oder Lando Calrissian haben größere oder kleinere Auftritte in den Ereignissen nach Endor. Gerade die Einführung von neuen Charakteren ist Autor Greg Rucka exzellent gelungen. Kes bleibt zwar etwas blass, dient aber in erster Linie der Unterstützung von Shara und liefert an der Seite von Han Solo einige wichtige Informationen zu den weiteren Plänen des Imperiums. Klare Protagonistin von Imperium in Trümmern ist allerdings Shara Bey, die den roten Faden von der Schlacht um Endor an mit sich trägt. Sei es bei der Siegesfeier auf Endor, den einige Tage später stattfindenden Kämpfen gegen das Imperium oder auf anderen Missionen für die Rebellion. Die Tiefe, die Rucka Shara verliehen hat sorgt dafür, dass man die Auslegung als Mini-Serie bedauert. Gerne möchte man mehr über die Rebellen-Pilotin und auch ihren Mann Kes erfahren.

Die Geschichte selbst wirkt in Teilen ein wenig Episodenhaft. So wird zwar durch Shara eine klare Linie verfolgt und auch die Sprünge über mehrere Tage stören dabei nicht, doch Imperium in Trümmern erzählt von keiner einzelnen zusammenhängenden Mission. Stattdessen erleben Shara, Kes und die anderen handelnden Figuren mehrere Einsätze auf unterschiedlichen Planeten. Diese Missionen sind zwar durch kleinere Ereignisse wie Informationen, die die Rebellion erlangt oder ein kurzes Gespräch via Funk während der Schlacht von Endor, miteinander verbunden, dennoch stehen die Ereignisse zum Teil für sich. Grob könnte man von drei großen Story-Teilen sprechen. Alle drei sind wichtig für Sharas weitere Entwicklung und ihren Entschluss am Ende des Comics. Die ganze Zeit gelingt es Greg Rucka durch eine stets vorhandene Spannungskurve und diverse Bedrohungen für Shara und Kes an den Comic zu fesseln. Nie ist man sicher, wie eine Szene endet und gerade durch diverse unbekannte und neue Figuren entsteht ein Gefühl der Gefahr für die Rebellen. Zugleich liefert Rucka einen schönen Einblick in imperiale Strukturen und den Umgang mit dem Tod des Imperators einiger Offiziere. Das Imperium nimmt zwar nur eine untergeordnete Rolle ein, doch diese ist eine sinnvolle Ergänzung und unterstützt die Handlung gut.

Kanonstark

Als Teil der Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht liefert Imperium in Trümmern nicht nur einen genaueren Einblick in die Ereignisse direkt nach Star Wars Episode VI: Die Rückkehr der Jedi-Ritter, sondern stellt auch eine direktere Verbindung zum siebten Film der Saga her. Die Herkunft einer der neuen Figuren wird in der Geschichte erklärt, ohne dass wirklich viel über die Vergangenheit dieser Person bekannt wird. Eigentlich erfahren wir nur, dass Shara und Kes die Eltern von diesem neuen Charakter sind, zu Gesicht bekommen wir ihn nicht. Das stört nicht, da alleine diese kleine Verbindung ausreicht, um neugierig auf die Figur im eigentlichen Film zu machen. Allgemein ist Imperium in Trümmern an einigen kleinen Stellen erneut die Arbeit der Story-Group bei Lucasfilm anzumerken. Es sind nur Hinweise auf Ereignisse, die in Comics und Büchern stattgefunden haben, die innerhalb des Kanons früher spielen. Doch solche kleinen Anspielungen sorgen dafür, dass sich alles wie eine große Chronik der Ereignisse in einer weit, weit entfernten Galaxis anfühlt. Darüber hinaus fügt sich der Comic perfekt an die Filme an. Die Weiterführung der Geschichte nach der Schlacht um Endor wirkt authentisch und die Handlung der bekannten Figuren ist nachvollziehbar im Sinne ihrer Charaktere. Großes Lob an Greg Rucka hierfür.

Als Zeichner ist Marco Checchetto für alle vier US-Hefte von Imperium in Trümmern verantwortlich. Unterstützung bekommt er von Angel Unzueta bei den Ausgaben zwei und drei sowie bei Heft zwei zusätzlich von Emilio Laiso. Die Farben stammen von Andres Mossa. Bei einem so großen Zeichnerteam kommt schnell die Befürchtung auf, dass die einzelnen Teile der Mini-Serie keiner klaren Linie folgen und sowohl im Charakterdesign als auch bei den Bildern im gesamten deutliche Unterschiede zu erkennen sind. Das ist allerdings nicht der Fall. Zwar stechen manchmal einige Gesichter im Vergleich zu vorher durch mehr Details und eine Hervorhebung von den restlichen Zeichnungen heraus, aber das stört zu keiner Zeit. Allgemein sind die bekannten Film-Figuren gut getroffen. Man erkennt Han, Luke, Leia, Lando, Chewbacca und alle anderen sofort. Die Zeichnungen wirken insgesamt sehr lebendig und strotzen teilweise vor Details. Sowieso sticht Imperium in Trümmern durch doppelseitige Kunstwerke, den hohen Einsatz von Aliens in Massenszenen und die lebhafte Action hervor. Das liegt sowohl an den gelungenen Bilder und auch an Ruckas gut geschriebenem Skript für den Comic.

Fazit

Imperium in Trümmern erzählt zwar keine galaxis-verändernde Geschichte, fügt sich dafür aber exzellent in den Star-Wars-Kanon ein. Gerade die Weiterführung nach der Schlacht von Endor ist Autor Greg Rucka ausgesprochen gut gelungen. Es wird deutlich, dass der Tod des Imperators nicht ausreicht, um das Imperium als Ganzes zu besiegen. Gleichzeitig zeigen immer wieder Rebellen und ihre Reaktionen, dass sie den Sieg auskosten. Mit Shara agiert außerdem eine Hauptfigur im Comic, die toll geschrieben und sympathisch ist. Gerade wegen ihr wünscht man sich eine Fortführung der Geschichte über die Mini-Serie hinaus. Zwar bleibt Kes die gesamte Geschichte über etwas blass, doch seine Rolle ist nicht groß genug, als dass dies störend auffällt. Außerdem gelingt es trotzdem, dass man ihn genauso wenig missen möchte wie Sharas Staffel-Kameraden L’ulo oder die bekannten Figuren der Filme. Wer schon immer wissen wollte was die Rebellen nach der Zerstörung des zweiten Todessterns erlebt haben, für den ist Imperium in Trümmern genau richtig.

Kurzfazit: Tolle und spannende Star-Wars-Unterhaltung mit einer sympathischen neuen Protagonistin und neuen Erkenntnissen über die Ereignisse nach den bekannten Filmen.

Vielen Dank an Panini für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Star Wars: Imperium in Trümmern!

Details
Titel: Star Wars: Imperium in Trümmern
Genre: Science-Fiction
Verlag: Panini
Autor: Greg Rucka
Zeichner: Marco Checchetto, Angel Unzueta, Emilio Laiso
Farben: Andres Mossa
Seiten: 100
Preis: 12,99 € (Softcover) / 29,00 € (Hardcover)
Verlagsseite: Star Wars: Imperium in Trümmern (Softcover) bei Panini Comics
Star Wars: Imperium in Trümmern (Hardcover) bei Panini Comics
Erscheinungsdatum: 16. Dezember 2015

Bilder Copyright Panini/Marvel/Disney/Lucasfilm

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