«

»

Aug 11 2015

Beitrag drucken

Rezension: Ekhö – Spiegelwelt – Band 1: New York

ekhoe-band-1-coverEkhö ist eine Zusammenarbeit der beiden Comicmeister Christophe Arleston und Alessandro Barbucci. Der erste Band entführt in eine fantasievolle Welt.

Spiegelwelt

Die junge Studentin Ludmilla Tiller ist mit dem Flugzeug auf dem Weg von Paris nach New York, als sie plötzlich von einem seltsamen, an ein Eichhörnchen erinnernden Wesen geweckt wird. Dieses offenbart ihr, dass ihre Tante verstorben sei und sie die einzige Erbin wäre. Perplex und verschlafen akzeptiert Ludmilla das Erbe und klammert sich bei den kurz darauf eintretenden Turbulenzen an den Arm ihres Sitznachbarn Juri Podrov. Bereits kurz darauf finden die beiden sich in einer ungewöhnlichen Flugkabine wieder und landen in einem New York, das so gar nicht dem ihnen bekannten entspricht. Sie sind in Ekhö, einer Spiegelwelt der Erde. Hier funktioniert keine Elektrizität und die kleinen, pelzigen Preshauns scheinen die Geschicke der Welt zu lenken.

Mit Ekhö haben, der durch Werke wie Die Schiffbrüchigen von Ythaq bekannte Autor Christophe Arleston und Sky Doll-Zeichner Alessandro Barbucci eine neue Reihe erschaffen, die im ersten Band besonders durch ihre phantastische Welt zu begeistern weiß. Allgemein ist es ein typischer Auftakt, der sich stark auf die Vorstellung von Welt und Charakteren konzentriert. Das stört allerdings zu keiner Zeit, da dadurch ein guter Einblick in das ungewöhnliche und teils skurrile Ekhö ermöglicht wird. Statt Flugzeugen fliegen Drachen durch die Lüfte, U-Bahn-Kabinen sind auf riesigen Tausendfüßlern befestigt und als Autos dienen an Dinosaurier erinnernde Echsen mit Karosserien darauf. Dazu kommen neben Menschen zahlreiche unterschiedliche Bewohner, von denen einer seltsamer wirkt als der andere. Viele werden nicht vorgestellt, dennoch wirkt die Welt greifbar und authentisch.

Ähnliches gelingt Arleston und Barbucci auch mit dem zufällig zusammengewürfelten und grundverschiedenen Protagonistenpaar, das sich erst noch aneinander gewöhnen muss. In einer fremden Welt gefangen, wirken ihre Handlungen und Reaktionen absolut glaubhaft. Zusätzlich wirken sie von vorneherein sympathisch und man fiebert unweigerlich mit ihnen. Nicht einmal der Grund, weshalb sie letztlich aneinander gebunden sind, wirkt aufgesetzt – ein großer Pluspunkt. Doch auch einige Nebenfiguren machen bereits ein gutes Bild. So macht Grace, die Sekretärin von Ludmillas verstorbener Tante Petronella einen guten Eindruck. Interessant hingegen sind die kleinen, pelzigen Preshauns, die ein großes Geheimnis verbergen. Dieses wird sogar bereits gegen Ende des Bandes mehr oder weniger verraten, dürfte aber noch Auswirkungen haben und eine Rolle spielen. Gerade der junge Sigisbert von Montafiume, der Ludmilla im Flugzeug die Nachricht überbringt, erhält hoffentlich auch in den folgenden Bänden eine größere Rolle.

Fantasiereich

Vollkommen neu ist die Idee einer Parallelwelt in die normale Menschen plötzlich hinein katapultiert werden natürlich nicht. Dennoch gelingt es Arleston durch die Geschichte und die sympathischen Charaktere den Leser dafür zu interessieren. Einen großen Anteil daran trägt allerdings auch Barbucci, dessen Zeichnungen Ekhö mit vielen kleinen Details versehen perfekt darstellen. Gerade dadurch wirkt die Welt so glaubhaft und phantastisch. Egal ob nun die einfallsreiche, ans gotische erinnernden Architektur, bei der einige Zwischenstockwerke extra für die Preshauns vorgesehen sind und deshalb kleiner Ausfallen oder der einfallsreichen Darstellung der Bewohner und Tiere New Yorks. Der Stil von Ekhö ist einfach wunderschön, wodurch eine Welt entsteht, die man gerne wieder besuchen möchte.

Eine kleinere Schwäche offenbart sich allerdings in Sachen Erzählung. Zwar kann die Geschichte durch verschiedene Spannungsmomente durchweg unterhalten und überzeugen, doch teilweise wirkt sie auch ein wenig gestückelt. So als sei der Band in drei Akte eingeteilt, die darauf abzielen, Ekhö selbst und die Protagonisten vorzustellen. Wie bereits erwähnt macht der Band gerade das sehr gut, weshalb diese Macke dadurch fast wieder relativiert wird.

Fazit

Ekhö – Spiegelwelt Band 1: New York ist ein gelungener Auftaktband für die neue Reihe von Arleston und Barbucci. Der Band kann gerade durch die Vorstellung der namengebenden Welt sowie der Protagonisten überzeugen. Gerade Barbuccis unverkennbarer Zeichenstil, lässt Ekhö überaus greifbar und authentisch wirken, während Ludmilla und Juri durch ihre Eigenarten sympathisch sind. Schnell fiebert man mit den beiden Hauptfiguren mit und hofft, dass sie sich in ihrer neuen Umgebung zurecht finden. Damit ist es Arleston und Barbucci gelungen ein Fantasyabenteuer mit viel Liebe zum Detail, tollen Charakteren, einer phantastischen Welt und einem Hauch Erotik zu erschaffen.

Kurzfazit: Sehr guter, aber typischer Auftakt mit Konzentration auf Charakter- und Weltvorstellung, der durch Charme und Phantasie gefällt.

Details
Titel: Ekhö – Spiegelwelt Band 1: New York
Genre: Fantasy
Verlag: Splitter Verlag
Autor: Christophe Arleston
Zeichner: Alessandro Barbucci
Seiten: 64
Preis: 14,80 €
ISBN: 978-3-86869-675-2
Verlagsseite: Ekhö – Spiegelwelt Band 1: New York bei Splitter
Erscheinungsdatum: 01. Februar 2014

Bilder Copyright Splitter Verlag

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.thelostdungeon.de/2015/08/11/rezension-ekhoe-spiegelwelt-band-1-new-york/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>